FeedCooksarchipel
ErdkundeBrockhaus 1882

Cooksarchipel, auch Mangaia-Archipel, in neuerer Zeit Hervey-Inseln genannt, eine Inselgruppe Polynesiens im Großen Ocean, zwischen 157 und 163 westl. L. (von Greenwich) und 18* 4 bis 21° 57/ südl. Br., welche von Cook 1777 entdeckt wurde. Die Zahl der Inseln beträgt neun und zwar sind es: Mangaia, Rarotonga, Katutia (Atiu), Takutea, Mitiaro, Mauke, Manuae (Cooks Hervey), Aitutaki und Palmerston. Einige derselben sind niedrige Koralleninseln, von Riffen umschlossen, sodaß wegen der starken Brandung nur Barken an dieselben gelangen können. Die übrigen hohen Inseln sind mit üppiger Vegetation bedeckt. Wasser wird nur auf einigen aus Teichen und Bächen gewonnen, weshalb die Milch der Kokosnüsse zum Teil das mangelnde Trinkwasser ersetzen muß. Doch gedeihen außer der Kokospalme noch in Fülle der Brotfruchtbaum, Pisang und andere Produkte der Gesellschaftsinseln. Das Areal sämtlicher Inseln beträgt 368 akm, und die Bevölkerung beläuft sich jetzt auf 7400, da dieselbe seit Cooks Zeit durch innere Kriege teilweise ausgerottet ward. Die Einwohner sind Polynesier, ähnlich denen der Gesellschafts⸗ und Freundschaftsinseln, und seit 1823 durch europ. Missionare zum Christentum bekehrt. Jetzt wirken hier in den zahlreichen Gemeinden europ. und eingeborene Geistliche, welche letztere im Seminar auf Rarotonga ausgebildet werden. Am bedeutendsten ist Rarotonga (81 akm mit 2000 E.), ein schönes, gebirgiges Eiland von vulkanischer Natur mit breiten, fruchtbaren und gutbewässerten Küstenebenen.

Brockhaus’ Conversations-Lexikon. Allgemeine deutsche Real-Encyklopädie13. Aufl., Leipzig: Brockhaus 1882–1887 · Bd. 4, S. 581Scan: Polnische Nationalbibliothek (Polona) · gemeinfrei

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