Carolinen nennt man den aus 48 einzelnen Gruppen bestehenden Archipel, welcher zwischen den Ladronen oder Marianen und Neuguinea, von 3½ —9 ½ nördl. Br. und 155—181 östl. L. (von Ferro), von der Insel Ngoli oder Matelotas im W. bis Ualan oder Strong-Island im O., 2870km, die Gewässer des Großen Oceans erfüllt. Die Spanier, welche faktisch diese meist sehr kleinen Inseln nicht besetzt halten, aber Rechtsansprüche auf dieselben erheben, nennen die westlichste Gruppe, nämlich die Palaos⸗, Palau⸗ oder Pelewinseln (s. d.)/ West-C., dagegen den übrigen Archipel Central-C. und die östlicher gelegenen Gruppen des mißt, sind unter K aufzusuchen. Marshalls-und des Gilberts-Archipels Ost-C. Nach dem Vorgang der nordamerik. Missionare werden seit einiger Zeit alle diese Inseln samt den Marianen auch mit dem Namen Mikronesien (3530 akm), davon die C. nebst den Pelewinseln als band 1825 der bezeichnet. Die ersten dieser Inseln fand 1525 der Portugiese Diego da Rocha. Hierauf entdeckte der Spanier Alvaro de Saavedra die Ulithi⸗(Elivi-oder Mackenzie⸗⸗Gruppe, 1579Francis Drake die Lateano und 1686 der span. Admiral Francesco Lazeand die Gruppe Faraulep, die er — Ehren seines Königs Carolina nannte, welcher Rame später auf den der Archipel übertragen worden. Die meisten der Inseln wurden erst im Laufe des 19. Jahrh. entdeckt und genauer untersucht, besonders 1827 und 1828 durch den russ. Kapitän Lütke. Die eigentlichen oder Central⸗-C., an Zahl gegen 500, gehören zum größten Teil zur Klasse der niedrigen Inseln der in Atolls gruppierten Korallenriffe. Nur vier derselben, zugleich die größten, sind hoch, vulkanisch gehoben un bergig, do at t 5 keine zu 1000 m über das Meer. Die Zahl der Bewohner, früher zu hoch auf 60000 eschätzt, beträgt jet nur noch 14800, mit den Pelews etwa 28800, und in ganz Mikronesien etwa 84650. Sie gehören der . Rasse an, sind stark gebaut, von friedlichem Charakter, geschickt in Verfertigung von mancherlei Gerätschaften, dabei gewandte Apifmmen⸗ und stehen unter einer Anzahl von Häuptlingen, von denen einige wiederum als Könige über mehrere Inseln herrschen. Außer den Palaos sind von Wichtigkeit nur vier hochgelegene, von Korallenriffen umgürtete und mit 2—8.30 Binnenhäfen zab (Car Inseln, nämlich von W. gegen O.: 1) Jab (Eap oder Guap), 1625 entdeckt, 207 qkm umfassend, wenig besucht, mit 2750 E., unter denen sich 1856 span. Missionare niedergelassen. 2) Rug oder Truk oder Hogolu, vom Franzosen Duperrey 1824 entdeckt, ein Korallenriff von 132 qkm, mehrere Felseninseln enthaltend, mit 5000 E. 3) Ponape, auch Ascension genannt, 1852—56 durch den amerik. Missionar Gulick genau untersucht, von 20 Em Durchmesser und 80 km Umfang, 340 akm groß, ist ein bis 870 m aufsteigender, durch den Verwitterungsprozeß fruchtbar gewordener Basaltfels, mit reißenden — teils wilder, teils paradiesischer Landschaft. Die Einwohner, deren ** seit der Blatternepidemie von 1854 noch 2000 Papuas beträgt, sind geistig wie körperlich regsam, im Handelsver⸗ — lug. In ihrer Sprache wird seit 1857 gedruckt. Überall hern man Ruinen alter Bauwerke, die einer frühern Rasse anzugehören scheinen. 4) Kusai oder Ualan oder Strong-Insel, 1804 von Crozer entdeckt, 110 akm groß, etwa 600 m 71 eine schöne, stark bewaldete Insel, hat gute Häfen und eine amerik. Missionsstation, aber nur noch 400 E., die zum größten Teil auf der dabei liegenden kleinen Insel Lele wohnen, wo sich auch die Kirche befindet. OCarolini libri, Karolinische Bücher, heißt eine kirchenpolitische Denkschrift, aus Anlaß des Bilderstreites im Auftrage Karls d. Gr. von fränk. Theologen verfaßt. Veranlaßt wurden die Karolinischen Bücher dadurch, daß Papst Hadrian I. die Akten der zweiten Nicänischen Synode vom J. 787, welche die Verehrung der Bilder kirchlich sanktionierte, in lat. übersetzung an Karl d. Gr. sandte. Dieser legte sie den fränk. Theologen vor, besonders der Frankfurter Synode vom J. 794, und ließ, wahrscheinlich vom Erzkaplan Angilbert und nicht von Alkuin, eine Gegenschrift ausarbeiten und dem Papst übersenden. Das Werk zerfällt in 120 Kapitel in vier Büchern. Die zwei ersten Bücher wenden sich gegen die Bilderverehrung, indem zuerst die Stellen der Schrift, dann die Aussprüche der Kirchenväter, welche dafür verwertet waren, anders ausgelegt werden. Die zwei letzten Bücher wenden sich gegen eine Reihe einzelner Irrtümer der Nicänischen Väter. Betreffs der Bilder wird der Standpunkt vertreten, daß es weder richtig sei, die Bilder als Idole zu zerstören, noch sie zu verehren. Es sei erlaubt, Bilder zu haben, teils zum Schmuck der Kirchen, teils zur Erinnerung an heilige Personen und Ereignisse, doch sei es für den Glauben indifferent, ob man solche Bilder habe oder nicht. Betreffs der allgemeinen Hhunnhen Bue nschauungen bilden die Karolinischen Bücher ein heologie zur Zeit Karls d. Gr. Sie haben es bewirkt, daß die fränk. Kirche bis zum 10. Jahrh. von dem Aberglauben des Bilderdienstes frei blieb. Herausgegeben wurden die Carolini libri zuerst anonym 1549 von Jean du Tillet. Die röm. Kirche setzte sie 1564 auf den Index.