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GeschichteBrockhaus 1882

Corsen Genuas Herrschaft an. Durch den Drud des oligarchischen Systems der genues. Regierung sortwährend zu Aufständen gereizt, wie die von 1552 bis1559 unter Sampietro, bekämpften sich seitdem die genuesische, die aragonische und die Nationalpartei in C. mit abwechselndem Glück. Als die Corsen 1729 die Waffen gegen Genug ergriffen, rief dieses 1730 kaiserl. Truppen zu Hilfe, worauf der Aufstand bald unterdrückt wurde. Doch schon 1735 hatte der Baron Icheen von Neuhof (s. d.) unter den Corsen ein solches Ansehen gewonnen, daß sie ihn zu ihrem König ernannten. Genua rief 1738 die Franzosen zu Hilfe, wodurch der neue König Theodor sich genötigt sah, die Insel noch vor der Ankunft derselben zu verlassen. Nach dem Abzuge der Franzosen 1741 brach die Empörung wieder aus. Den Aufstand von 1752 und die spätern leiteten die beiden Paoli Der cors. Senat ernannte 1755 Pasquale Paoli (s. d.) zum General, der so thätig eingriff, daß die Genueser, obschon von franz. Hilfstruppen unterstützt, seit 1764 nur noch einige Seestädte und die Hauptstadt Bastia innehatten. Da sie die Hoffnung aufgaben, die Insel je wieder bewältigen zu können, so überließen sie dieselbe 1768 an Frankreich durch den Traktat von Compiegne, nach welchem der König von Frankreich die Corsen unterwerfen und so lange regieren sollte, bis die Republik ihm die Kriegskosten erstattete. Ardeaduane gläubte die Unterwerfung mit geringer riegsmacht bewirken zu können; aber Paoli leistete, in der Hoffnung auf brit. Unterstützung, den lebhaftesten Widerstand. Dadurch aufgereizt, sandte der König von Frankreich 30000 Mann unter dem Marschall de Vaux nach C., während England unthätig blieb, und die Corsen selbst so lau wurden, daß Paoli allen Widerstand Rlein und im Juni 1768 nach England floh. Der kleine 9—0 in den Gebirgen dauerte indes bis 1774 fort. ährend der Französischen Revolution trat die Insel als ein besonderes Departement in die Verbindung des gesamten Frankreich ein und sandte ihre Deputierten zum Konvent. Auch Paoli kehrte hierauf in sein Vaterland zurück. Als er in der Schreckenszeit nach Paris gefordert wurde, wo er seinen gewissen Tod voraulisah, rief er das Volk unter die Banner des alten cors. Wappens (des Mohrenkopfes) und eroberte mit Hilfe der Briten, welche 18. Febr. 1794 landeten, 22. Mai Bastia und 4. Aug. Calvi, worauf sich die Nation in einer allgemeinen Versammlung der Deputierten der Corsen zu Corte 18. Juni 1794 dem brit. Scepter unterwarf. C. wurde nun als ein Königreich konstituiert und erhielt eine der ½½7 nachgebildete Verfassung, ein besonderes Parlament wie Irland und einen Vizekönig. Aber viele Corsen waren den Engländern abgeneigt, und die franz. Partei breitete sich unter dem General Gentili seit Okt. 1796 immer weiter auf der Insel aus, sodaß, nachdem im Okt. 1796 die Franzosen von Livorno aus gelandet, die Engländer sich noch in demselben Jahre zur Räumung der Insel genötigt sahen. Seitdem blieb C. bei Frankreich. Litteratur. Vgl. außer den histor.⸗geogr. Werken von Bellin 31 60 Robiquet (1835), Jacobi (1835) besonders: Ehrmann, „Geschichte der Revolutionen von C.v (Hamb. 1799); Filippini, Ilistoria di C.o (1594; bis 1769 fortgesetzt von „Gregori, 5 Bde., Pisa 1828—32); Frieß, Histoire 0de la C.5 (Bastia 1850); Gregorovius, . (2 Bde., Stuttg. 1854; 3. Aufl. 1878); Galletti, 4(GIistoire illustrée de la Corsed (Par. 1863 fg.); gDe Saint-Germain, (Itinéraire descriptif et historique de la Corser (Par. 1868); Lear, Journal of a landscape painter in C. (Lond. 16705; Raymond, ermißt, sind unter K aufzusuchen. (La Corses (Par. 1876); Joanne, (Géographie du

Brockhaus’ Conversations-Lexikon. Allgemeine deutsche Real-Encyklopädie13. Aufl., Leipzig: Brockhaus 1882–1887 · Bd. 4, S. 617Scan: Polnische Nationalbibliothek (Polona) · gemeinfrei

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