Couplet (provengal. cobla, span. copla, von dem lat. copula, d. i. Band), ursprünglich in der Musik und Poesie die Verbindung von zwei parallelen rhythmischen Sätzen, dann vorzugsweise die künstlichere symmetrische Verknüpfung mehrerer rhythmischer Glieder zu einem vollkommen abgeschlossenen rhythmischen Gedanken und dessen typische Wiederholung, d. i. die sich gleichmäßig wiederholenden (nach derselben Melodie gebauten) Absätze, Strophen oder Stanzen des Kunstliedes (chanson), zum Unterschiede von den ungleichmäßigen oder minder geregelten Absätzen (Vers) der Volks-⸗ oder volksmäßigen Lieder (lais). Seit dem Aufkommen der komischen Oper erhielten auch kleine Lieder oder Arien, die meist eine witzige Pointe hatten, oft auch satirischen Inhalts waren, diesen Namen. Aus diesen Liedern gingen die gewöhnlich mit einem Refrain versehenen C. der Vaudevilles und Possen hervor.