FeedCourtray oder Kortryk
ErdkundeBrockhaus 1882

Courtray oder Kortryk, Stadt in der belg. Provinz Uehe zu beiden Seiten der schiffbaren Lys, ist gut gebaut und mit breiten Straßen G. Mar at zahlreiche Kirchen, unter denen die zu St.⸗Martin und Notre-Dame sich durch ihre Bauart auszeichnen, ein prachtvolles seit w1846 restauriertes ot. Rathaus mit histor. Wandgemälden von Gufens und Swerts, eine Börse, ein städtisches Gymnasium, eine Gemäldesammlung (mit De Keyser Sporenschlacht) und zählt (1879) 27061 E., welche hauptsächli einwand, Spitzen, Spitzenzwirn, afel⸗ und Baumwollzeuge verfertigen, Leinwand bleichen, bedeutenden Handel mit leinenen Zeugen und ähnlichen Fabrikaten treiben, auch Seifensiedereien und Zuckerraffinerien unterhalten. In der Umgegend von C. wird der feinste niederländ. Flachs gezogen. Eisenbahnen verbinden die Stadt mit Gent, Lille und Tournay. — C. hieß im Altertum Cortoriacum. + 11. Juli 1302 die berühmte Sporenschlacht 4n den m. Grahen unter dem Connétable de Nesle und dem Gra mißt, sind unter K aufzusuchen. Robert von Artois und den Flamländern unter Johann, Grafen von Namur, statt, in welcher die erstern eine furchtbare Niederlage erlitten. Von den vielen (an 700) goldenen Rittersporen der Erschlagenen, in der Kirche zu Notre-Dame aufgehängt, hat die Schlacht den Namen. Aus Rache plünderten und zerstörten die Franzosen C. 12. Sept. 1382. Drei Jahre darauf legte Philipp der Kühne von Burgund den Grund zu den nachher bedeutend erweiterten, 1744 von den Franzosen geschleiften Festungswerken. In den Kriegen zwischen Frankreich und Spanien im 17. Jahrh. war C. oft das Streitobjekt der kriegführenden Parteien und litt bedeutend, ebenso in dem franz. Revolutionskriege, wo es 26. April 1794 in die Gewalt der Franzosen kam. Thielmann hatte mit 8000 Mann Sachsen 31. März 1814 bei C. ein ungünstiges Gefecht gegen die Franzosen unter Maison.

Brockhaus’ Conversations-Lexikon. Allgemeine deutsche Real-Encyklopädie13. Aufl., Leipzig: Brockhaus 1882–1887 · Bd. 4, S. 644Scan: Polnische Nationalbibliothek (Polona) · gemeinfrei

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