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ErdkundeBrockhaus 1882

Cambrai, Cambray, deutsch Cam krtt oder testen und reichsten in Cornwall, beschäftigt find. Kambryk, Hauptstadt eines Arrondissements im franz. Nordbepartement, 72 km im SSO. von Lille, in 53 m Höhe, Sitz eines Erzbischofs, dewel und Kriegsplatz zweiter Klasse, an der S elde, welche in drei Armen die Stadt durchzieht, und dem Anfange des Kanals von St.⸗Quentin, sowie an der Nordbahn, ist ein sehr alter, s chöngebauter Ort mit Giebeläusern, geraden, breiten und wohlgepflasterten traßen und großen Plätzen. Die Stadt hat feste, von alten runden Türmen flankierte Mauern mit fünf Thoren und einer Citadelle und zählt (1876) 16 966, als Gemeinde 22079 C. Die schon 1793 in der Revolutionszeit teilweise zerstörte, 9. Sept. 1859 ausgebrannte, jetzt wiederhergestellte Kathedrale enthält eine ausgezeichnete 5.60 und das Grabmal Fenelons. C. ist Sitz eines erichtshofs, eines Handels⸗ und zweier Friedensgerichte, einer Gewerbekammer und hat ein Kommunal-Coll e, zwei bischöfl. Seminare, sieben Klöster, ein Mu-Hun eine Bibliothek von 35000 Bänden und 1000 anuskripten, eine Statue von Baptiste, dem Erfinder der Batistgewebe, ein Militärhospital, ein Theater, eine Societé d'Emulation sowie mehrere gelehrte Gesellschaften. Die Fabrikthätigkeit ist seit alter Zeit 905 bedeutend namentlich in Batistleinwand, den sog. Cambriksto en oder Kammertuch, feinen Baumwollgeweben, aumwollenen Spitzen und Tülls (jährlich — 8½ Mill. Frs.), Lederwaren, Zucker, schwarzer, besonders aber feiner Toiletteneife. Außerdem unterhält der Ort Leinen⸗ und aumwollspinnerei, Salz⸗ und Olraffinerie, starke Bierbrauerei, Destillationen u. s. w. Auch besteht starker Handel mit Getreide, Olsaat, Hanf, Hopfen Wolle, Rindvieh, Butter, Steinkohlen und den eigenen Fabrikaten des Platzes. Schon seit 390 bestand zu C. ein Bistum, das 1559 zum Erzbistum erhoben ward, während der Revolution einging Römern eine der bedeutendsten und schönsten Städte Galliens. Es kam im 5. mache in den Besitz der wegen die Vereinigung C.s mit Frankreich. In C. ßt, sind unter K aufzusuchen. wurde 10. Dez. 1508 zwischen Papst Julius II. und Ferdinand dem Katholischen das Bündnis (die Li che von C.). gegen Venedig, und 5. Aug. 1529 zwischen Frantreich und Spanien der sog. Damenfriede durch Margareta, die verwitwete Herzogin von Savoyen, Statthalterin der Niederlande, und Luise, die verwitwete Herzogin von Angouleéme, Mutter Franz' I., abgeschlossen, in welchem der König gegen Philpp Verzichte Burgund erhielt. Karl VI. und Philipp V. ließen zu C. 1724 einen Friedenskongreß eröffnen, der aber durch den Vergleich vom 30. April 1725 sich erledigte.

Brockhaus’ Conversations-Lexikon. Allgemeine deutsche Real-Encyklopädie13. Aufl., Leipzig: Brockhaus 1882–1887 · Bd. 3, S. 863Scan: Polnische Nationalbibliothek (Polona) · gemeinfrei

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