Croydon, Stadt in der engl. Grafschaft Surrey, zwischen den (Downsv genannten Kreidehügeln, 35 km im ONO. von Guildford und 16 km südlich von der Londonbrücke, an der Eisenbahn nach Brighton, mit (1881) 78947 E. Diese in ½¼ Stunden von London zu erreichende Stadt hat schnell einen ungewöhnlichen Aufschwung genommen, weil zahlreiche Kaufleute ihr Geschäft aus London hierhin verlegt haben. Der Ort ist sehr alt, hat eine schöne Kathedrale aus dem Anfang des 15. Jahrh. (mit den Grabmälern mehrerer Erzbischöfe von Canterbury), nach dem Brande 1867 wiederhergestellt, in der untern Stadt Überreste eines Palastes der Erzbischöfe von Canterbury (nur die Speisehalle, jetzt Waschanstalt, und die gegenwärtig als Schule dienende Ka elle noch 1r den) und das Whitgifts Hospital, eine Erziehungsanstalt für arme Kinder, aus den Zeiten der Elisabeth; er ist jetzt ein wichtiger Markt für Getreide, Hopfen und Vieh von Surrey und hat einige Fabriken von Kaliko. Crozat (Antoine C., Marquis Duchätel), franz. Finanzmann, geb. 1655 zu Toulouse in ärmlichen Verhältnissen, kam als Laufbursche zu Penautier, Schatzmeister der Stände des Languedoc, wurde dann Commis bei demselben, stieg allmählich bis Ban Kassierer auf und erwarb sich durch glückliche ank⸗ und Reedereigeschäfte ein kolossales Vermögen. C. ist der Gründer der franz. Kolonie Louisiana (s. d.) in Nordamerika, für die er 1712 den Freibrief erhielt. Auch ließ er den nach ihm benannten, die Oise und Somme verbindenden Crozat-Kanal 0 d.) ausführen. Er starb zu Paris NRar1738. — Sein Sohn, Joseph Antoine C., Marquis von Tugny, geb. 1696 zu Toulouse, hat sich als Kunstsammler einen Namen erworben. Seine Gemäldesammlung umfaßte mehr als 400 Nummern von Meistern aller Schulen, fast lauter Bilder ersten Ranges. den. S besaß er eine reiche Sammlung von antiken Statuen, Büsten und andern Marmorwerken, eine ebenso große Anzahl von Bronzen und eine Reihe kostbarer Modelle in gebrannter Erde von Michel Angelo, Algardi, Fiamingo, Bernini u. a., nebst einer schönen Auswahl von Porzellansachen und ital. Fayencen. Seine Sammlung der geschnittenen Steine enthielt 1382 Kameen und Intaglien. Vollkommen einzig nißt, sind unter K aufzusuchen. — in ihrer Art war die Sammlung von Handzeichnungen, die allmählich zu 19000 Blättern anwuchs, worunter sich aus allen Schulen und Epochen die größten Seltenheiten befanden, und womit eine Kupferstichsammlung von etwa 2000 Stück verbunden war. Zu diesen Sammlungen kam endlich noch eine ausgesuchte Bibliothek von 20000 Bänden. C. ließ von den besten damaligen Kupferstechern eine Auswahl vortrefflicher Bilder und Zeichnungen aus den Sammlungen des Königs, des Herzogs von Orléans, seiner eigenen und denen anderer mnichn ewed stechen, und veröffentlichte davon zunächst eine Folge von 140 Kupfern nebst erläuterndem Texte (gr. Folio, Par. 1729) als ersten Band des gewöhnlich als «Cabinet de C.» bezeichneten Werks, wozu 110 neue Kupfer (nach Meistern der Venetianischen Schule) als zweite Abteilung des ersten Bandes hinzukamen. Nach Cos Tode, der 1740 erfolgte, wurden sämtliche Platten von einem Verein von Buchhändlern erworben. Mariette gab nun dem Ganzen eine neue Anordnung, fügte die diese Erläuterungen hinzu und veröffentlichte dieses vollständigere „Cabinet de C.5 unter dem Titel: «Recueil d'estampes d'après les plus beaux tableaux et d'après les plus beaux dessins qui sont en France, etc.v (2 Foliobände, Par. 1742). C. hatte in seinem Testament verordnet, die Sammlung der Handzeichnungen für 100 000 Livres dem König anzubieten und diese Summe den Armen von Paris zu überlassen. Der Minister Fleury schlug dies jedoch aus, und die Sammlung wurde versteigert. ariette fertigte zum Zweck der Auktion eine „Description sommaire des dessins des grands maitres etc. du cabinet de feu M. C.v Par. ru se die jetzt selten geworden und von iebhabern sehr geschätzt ist. Die herrliche Sammlung der geschnittenen Steine kaufte der Herzog von Orléans im ganzen. Alle übrigen Kunstschätze Cis gingen durch Vermächtnis an seinen Bruder Louis Fransols C., Marquis Duchätel, über, nach dessen Tode (31. Jan. 1750) die Skulpturen, Bronzen und Terracotten mit einem Teile der Bilder ebenfalls versteigert wurden. Der größere Teil der Gemäldesammlung fiel des Marquis Neffen, dem Baron de Thiers, zu, dessen Erben sie 1772 an die Kaiserin von Rußland verkauften. Nach einem darüber vorhandenen Verzeichnisse (Catalogue de tableaux du cabinet de M. C.», Par. 1755) enthielt die ganze Sammlung 427 Bilder aus allen Schulen.