Csanad, Marktflecken im ungar. Komitat To-Csanad, Komitat in Ungarn, im Kreise jenseit der Theiß, wird im N. und O. von den Komitaten Arad und Bekés, im S. von Torontal, im W. von Csongräd begrenzt und umfaßt ein Areal von 1618 dkm.. Die Südgrenze bildet die Maros, das einzige fließende Gewässer des Komitats. Der ebene, humusreiche Boden ist dem Ackerbau sehr günstig, der auch nebst Viehzucht und etwas Holzhandel die Hauptbeschäftigung der (1880) 109011 E. bildet. Die Haupterzeugnisse sind: Weizen, Roggen, Mais, Gemüse, Hülsenfrüchte, Hanf, Tabak und viele her Stroh, N der Waldbestand ist spärlich, daer Stroh, Rohr, Kuhdünger u. dgl. als Brennmaterial verwendet werden. Die Einwohner sind 72 Proz. Magyaren, dann noch Rumänen, Slowaken und Deutsche. Die wichtigsten Ortschaften sind Mako und Nagy-Lak. Benannt ist das Komitat nach dem alten, jetzt in Ruinen liegenden 4019 W. C. bei dem gleichnamigen Dorfe mit 4013 E. Hier gründete der heil. Gerhard 1036 als erster Bischof von C. eine Kathedralschule, 1046 wurde hier eine Adelsversammlung abgehalten, die den König Peter entthronte und an dessen Stelle Andreas I. einsetzte. Die Pußta Mezöhegyes ist berühmt durch das großartige, von Kaiser Joseph II. 1785 angelegte Militärgestüt mit über 3000. Pferden.