FeedCulsus (auch culleus)
HeilkundeBrockhaus 1882

Culsus (auch culleus), ein großer Schlauch oder Sack, war das größte Maß für Flüssigkeiten bei den Römern. Ein C. enthielt 20 Amphora (s.d.), war also = 525,27 J. Inalbda (s. d.). Culiacan, Hauptstadt des mexik. Staates Ci-Cullen (William), einer der berühmtesten engl. Arzte, geb. 15. April 1710 zu Hamilton in der schott. Grafschaft Lanark, bildete sich in Glasgow zum Wundarzt aus, wurde dann als solcher auf einem Schiffe der Ostindischen Kompagnie angestellt und wendete sich später, um Medizin zu studieren, nach Edinburgh, wo er zuerst durch den Herzog von Argyle, dann durch den Herzog von Hamilton Unterstützung in seinen Studien erhielt. Nachdem er letztern von einer schweren Krankheit befreit, ward er auf dessen Empfehlung 1746 als Professor der Chemie in Glasgow angestellt; 1751 erhielt er den Lehrstuhl der aubneagbermter übertragen und wurde 1756 nach Edinburgh berufen, wo er 1766 den Lehrstuhl der praktischen Medizin übernahm und später zum ersten Arzte des Königs von England für Schottland ernannt wurde. Er starb 5. Febr. 1790. In seinem klassischen Werke Treatise on the materia medica (2 Bde., Lond. 1789; deutsch von Hahnemann, Lpz. 1790, und Consbruch, Lpz. 1790) reinigte er die Pharmakologie von unzähligen Irrtümern. Sein Hauptwerk: CFirst lines of the Italienische und Deutsche (4 Bde., Lpz. 1800 uberwurde ins Spanische, Portugiesische, Französische, setzt. Unter seinen übrigen Werken sind noch hervorzuheben: Synopsis nosologiae methodicaev (2Bde., Edinb. 1772 u. öfter; deutsch, Lpz. 1786) und die (Physiologys (Edinb. 1785). Nach seinem Tode erschienen Nosology, or systematic arrangement of diseaseso (Lond. 1800) und «The Edinburgh practice of physic, surgery, and midwiferys (5 Bde., Lond. 1805). Eine Gesamtausgabe seiner Werke besorgte Thomson (2 Bde., Edinb. 1827), welcher auch ein Account of the life of William C.v (2 Bde., Edinb. 1832) herausgab. Cullöden, eine Ortlichkeit in der schott. Grafschaft und 8 kmenordöstlich von der Stadt Inverneß unweit des Moray-Firth auf einer Heide gelegen, wurde geschichtlich bekannt durch die Schlacht vom 27.April 1746, welche die Hoffnungen der Stuarts auf den Thron von England vernichtete. Der Sohn Jakobs III., Karl Eduard (s. d.), hatte auf seinem abenteuerlichen Zuge seit 1745 sich mit abwechselndem Glück gegen die Engländer behauptet und lagerte mit noch 5000 Hochländern bei Culloden-House: sein Heer litt Mangel. Der Hertog von Cumberland stand mit 8000 Mann engl. Infanterie und 900 Reitern sowie den Clanleuten von Argyle bei Nairn im Lager und Prinz Karl Eduard wollte denselben dort überfallen. Dies Unternehmen scheiterte an der Unordnung seiner Leute und das engl. Heer rückte auf der Heide zum Angriff vor. Die Fechtweise und Bewaffnung der Engländer waren der der Schotten, die lediglich elanweise mit ihren langen Schlachtschwertern (elaymores) anstürmten, beträchtlich überlegen. Gegen 1 Uhr mittags liefen die Hochländer gegen den rechten Flügel der in drei Treffen gegliederten engl. Stellung an, wurden aber durch das Feuer des zweiten Treffens abgewiesen, während die engl. Kavallerie und die Clanleute von Argyle die schott. Reserve (die Maedonalds) angriffen und auseinandersprengten. Dies entschied die Schlacht und das Schicksal des Hauses Stuart. Cullum (George), amerik. Militäringenieur und Schriftsteller, geb. 25. Febr. 1809 zu Neuyork, erbaute viele Besesttaungswerte, Mauern, Dämme, Leuchthäuser u. s. w. und war 1864 —74 Superintendent der Militärakademie der Vereinigten Staaten. Er schrieb: «Nilitary bridges with India rubber pontonso (1849), «Systems of military bridgeso (1863). Cully, Städtchen im schweizer Kanton Waadt, am nördl. Ufer des Genfersees und an der Eisenbahn von Genf nach Vevey, zählt 1000 E., die guten Wein bauen. Am Hafen seht das Marmordenkmal des hier geborenen Majors Davel, der Waadt von der Herrschaft der Berner befreien wollte und von diesen 24. April 1723 hingerichtet wurde. Culm, Stadt im preuß. Regierungsbezirk Marienwerder, und Dorf bei Teplitz, s. Kulm. Culm, eine Schichtenreihe von Grauwacken, Sandsteinen, Kieselschiefern und Thonschiefern (Posidonienschiefer), welche der Carbonformation angehört und deren Bildung derjenigen der produktiven Steinkohlenformation voranging. Der C. ist eine Strandablagerung und umfaßt deshalb neben den Resten von Meeresbewohnern (Orthoceras, Goniatites) zugleich solche von Landpflanzen (Calami⸗- tes, Sagenaria), welche sogar (so z.B. bei Hainichen in Sachsen) Den Bildung von Kohlenflözen Veranlassung gegeben haben. Der C. ist weit verbreitet in Westfalen, Nassau, im nordwestl. Oberharz, in Schlesien, in Irland. Die Bleiglanzgänge der Umgegend von Clausthal setzen in dieser Formation auf. Culmbach, Stadt in Bayern, s. Kulmbach. Culmbach oder Kulmbach (Hans von), angeblich eigentlich Hans Wagner von Culmbach lin Franken), deutscher Maler des 16. Jahrh., geb. um 1485, kam zu Dürer in Nürnberg ins Atelier, nachdem er daselbst schon bei Jacopo dei Barberi gelernt hatte. Sein Stil vereint die Weise beider Meister. Seine Arbeiten sind selten. Das Grabmal der Tucher in der St. Sebalduskirche zu Nürnberg, 1513 unter dem Einfluß Dürerscher Komposition gemalt, gilt als sein bestes Werk. In der Pinakothek zu München ist von ihm: Petrus und Paulus. Er starb 1525 in Nürnberg. — Culmination (neulat.) heißt in der Astronomie der Durchgang der Sterne durch den Meridian, weil sie in dem Augenblicke dieses Durchgangs den höchmißt, sind unter K aufzusuchen. sten Gipfel (eulmen) oder Punkt ihrer Kate über dem Horizont erreicht haben, was freilich in aller Strenge nur far die Firsterne gilt. Ein Stern culminiert heißt demnach, er geht durch den Meridian, hat seinen höchsten Standpunkt am Himmel, den Culminationspunkt, erreicht. Da die Cirkumpolarsterne (s. d.) täglich über dem Horizont zweimal in den Meridian kommen, unterscheidet man bei diesen die obere und untere C. Die Sonne culminiert immer um 12 Uhr wahre Zeit, d. h. im wahren Mittag, der Mond culminiert um Mitternacht, was jedoch wegen veränderlicher Abweichung dieser Gestirne einige Modifikation erleidet. Die Fixsterne culminieren dann, wenn eine nach Sternzeit gehende Uhr die in Zeit Iei gerade iteoue dieser Sterne zeigt. So ist die gerade Au steigun von Orionis gleich 5h 48 m, also culminiert au dieser Stern taglich um 5 48 Sternzeit. Bei Firsternen liegt die Zeit der C. immer genau, bei der Sonne, dem Monde und den Planeten beinahe genau in der Mitte zwischen der Zeit des Auf⸗ und Untergangs. Für die Astronomen ist die Kenntnis der Culminationszeit der Gestirne höchst wichtig, weil ihre Beobachtung zur Zeit der C. aus verschiedenen Gründen die größte Genauigkeit gestattet.

Brockhaus’ Conversations-Lexikon. Allgemeine deutsche Real-Encyklopädie13. Aufl., Leipzig: Brockhaus 1882–1887 · Bd. 4, S. 710Scan: Polnische Nationalbibliothek (Polona) · gemeinfrei

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