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Literatur & SpracheBrockhaus 1882

Cyklische Dichter oder Dichter des epischen Cyklus nennt man diejenigen griech. Epiker, welche von der Zeit der Entstehung der Homerischen Gedichte an bis zur Mitte des 6. Jahrh. v. Chr. hinab Stoffe aus verschiedenen Kreisen der Heroensage in ähnlicher Weise wie die Sänger der Ilias und Odyssee, zum Teil in bestimmtem Anschluß an diese Gedichte behandelt haben. Der Name ist wohl daraus entstanden, daß man in späterer Zeit einen Auszug aus diesen Gedichten zu einem geschlossenen Kreise (grch. KNoe), dessen Mittelpunkt die Ilias und Odyssee bildeten, geordnet tte. Manche dieser Gedichte galten bei dem olke als Werke des Homer selbst; es wurden aber auch die Namen anderer Dichter als Verfasser der einzelnen Epen genannt, doch ist die Persönlichkeit und Lebenszeit der meisten derselben ganz unsicher. Namentlich galt bei manchen Stasinos von Cypern für den Verfasser der Kyprienv (Cypria), welche die Ereignisse behandelten, die den in der Muile erzählten vorausgingen. Arktinos von Rilet war wohl wirklich der Verfasser eines Gedichts, welches die spätern Ereignisse vor Troja und die Zerstörung der Stadt schilderte. Zweifelhaft ist der Ursprung der im spätern Altertum gewöhnlich dem Lesches von der Insel Lesbos zugeschriebenen sog. «kleinen Ilias o ähnlichen In-Racht Die „Nosten v, ein Gedicht, in welchem die ½7 der andern Helden außer Odysseus erzählt war, soll nach einigen Hagias aus Trözen verbett haben, die Telegonie endlich, eine Fortsetzung er 5J½3 wird Eu gammon aus Kyrene zugeschrieben. Andere Gedichte der Art waren noch eine 4Odipodie (die Sagen von Odipus enthaltend), eine „Thebaiso (über den Zug der Sieben gegen Theben), ein Gedicht über den Zug der „(Epigonen» u. s. w. Von allen diesen Gedichten sind nur meist sehr dürftige Fragmente, von denen, welche sich auf den troischen Sagenkreis (mit Einschluß der Heimkehr der griech. Helden von Troja, der sog. Nosten) bezogen, noch die Angabe des Protlos (in Auszügen aus der Chrestomathie des roklos (s. d.Werhalten. Die Fragmente sind namentlich von Welcker, «Der epische Cyklusy (2 Tle., Bonn 1835 — 49; Bd. 1, 2. Aufl. 1865; Bd. 2, 1881), von Dübner in der Ausgabe des Homer (Par. 1837), von Düntzer, Fragmente der epischen Poesiev (Köln 1840 — 41) und von Kinkel in den Epicorum Graecorum fragmenta (Lpz. 1877 gesammelt, die Auszüge außerdem besonders auch von O. Jahn und Michaelis, «Griech. Bilderchronikeno (Bonn 1873) herausgegeben worden. Neben den litterarischen Leiche daie vergegenwärtigen namentlich auch zahlreiche Vasenbilder die in diesen epischen Gedichten behandelten Sagen. Abbildungen einer Auswahl von solchen finden sich in Gerhards „Auserlesenen griech. Vasenbildernv (4 Bde., Berl. 1840 — 50) und in Overbeck, Die Bildwerke zum thebischen und troischen Heldenkreis o (Bd. 1, mit Atlas, Stuttg. 1857). Vgl. noch außer Welcker: Robert, «Bild und Lied» (in den «Philol. Untersuchungen», Heft 5, Berl. 1881) und Luckenbach, Verhältnis der griech. Vasenbilder den Gedichten des epischen Kyklose (11. Supplementband zu den «Jahrbüchern für klassische Philo-Evykloide oder Cyklois, auch Radlinie, heißt eine der merkwürdigsten krummen Linien in der Geometrie sowohl als in der Mechanik. Wenn ein Kreis, ohne zu gleiten, auf einer festen geraden Linie in derselben Ebene fortgewälzt wird, so beschreibt ein Punkt der Peripherie des Kreifes eine gemeine C., ein Punkt innerhalb der Peripherie eine gedehnte oder geschweifte C., ein äußerer Punkt eine verkürzte oder verschlungene C. Wälzt sich jener Kreis, statt auf einer geraden Linie, auf der äußern oder innern Seite der Peripherie eines zweiten Kreises, so heißt die so beschriebene Kurve im erstern Falle eine Epicykloide, im letztern eine Hypocykloide. Wenn ein von der Schwere getriebener Körper in der umgekehrten C. wie in einem Kanale herabfällt, so gelangt er immer in derselben Zeit bis zu dem untersten Punkte (dem Scheitelpunkte), wo auch seine Bewegung in der (C. anfangen mag. Aus diesem Grunde heißt die C. in der Mechanik auch Tautochrone. Ebenso wird ein schwerer, nur von der Schwere getriebener Körper von einem Punkte zum andern, der emißt, sind unter K aufzusuchen. nicht senkrecht unter ihm liegt, in der kürzesten Zeit kommen, wenn er sich in einem Cykloidenbogen bewegt, weshalb diese Kurve auch die Brachistochrone genannt wird. Die Brennlinie der C. sowie die Evolute derselben ist wieder eine C. Galilei ist wohl der erste, der die C. in Betracht 91 hat; dann beschäftigten sich mit den auf die C. bezüglichen Integrationsaufgaben die Ma-MRersenne des 17. Jahrh., besonders Roberval, ersenne, Fermat, Torricelli, Viviani, Pascal, Wallis, Huygens, Joh. Bernoulli. Mit der C. verwandt ist die kleine C., die uucd Gefährtin der C. oder Sinuslinie genannt wird und in der Theorie der schwingenden Saiten gebraucht wurde.

Brockhaus’ Conversations-Lexikon. Allgemeine deutsche Real-Encyklopädie13. Aufl., Leipzig: Brockhaus 1882–1887 · Bd. 4, S. 734Scan: Polnische Nationalbibliothek (Polona) · gemeinfrei

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