FeedChörilus (grch. Choirilos)
Literatur & SpracheBrockhaus 1882

Chörilus (grch. Choirilos), Name mehrerer griech. Dichter, von denen C. aus Samos (ungefähr 470—400 v. Chr.), angeblich ein entflohener Sklave und ein jüngerer Zeitgenosse und Freund des Herodot, der bekannteste ist. Er verfaßte unter dem Titel Persica oder (Perseiso ein größeres Gedicht, das den Sieg der Athener über Xerxes behandelte, und schuf so das erste Epos, das die gleichzeitige Geschichte zum Vorwurf nahm. Es gebrach demselben zwar an einfacher Größe, wurde aber doch seines Inhalts wegen in Athen, namentlich auch in den Schulen gelesen. Später war C. im Gefolge Lysanders, dessen Thaten er verherrlichen sollte, zuletzt bei dem macedon. Könige Archelaos. Von seinem Evos sind nur noch wenige Bruchstücke vorhanden, welche zuerst Näke (Lpz. 1817; Nachträge, Bonn 1827 u. 1838, und in den Opusculav, Bd. 1. 1842), dann Dübner (zusammen mit andern Epen, Par. 1840) und Kinkel in den Epicorum Graecorum fragmentap (Bd. 1, Lpz. 1877) herausgaben. Ein älterer C. gehörte neben Pratinas und Phrynichos zu den ältesten dramatischen Dichtern [Athens im Ausgang des 6. und Anfang des 5. Jahrh. v. Chr. Er war berühmt als Dichter von Satyrspielen. Die wenigen erhaltenen Reste seiner Dichtungen sind abgedruckt in Naucks «Tragicorum Graecorum fragmenta (Lpz. 1856). Ein jüngerer C. aus Jasos in Karien, der für seine mittelmäßigen Verse von Alexander d. Gr. aufs glänzendste belohnt worden sein soll, ist durch Horaz bekannt, der ihn zweimal in ironischer Weise erwähnt.

Brockhaus’ Conversations-Lexikon. Allgemeine deutsche Real-Encyklopädie13. Aufl., Leipzig: Brockhaus 1882–1887 · Bd. 4, S. 344Scan: Polnische Nationalbibliothek (Polona) · gemeinfrei

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