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Sagen & MythenBrockhaus 1882

Damökles, ein Höfling und Schmeichler des ältern Dionysius, des Tyrannen von Syrakus, pries, wie Cicero in den «Tusculanae, 5,21, erzählt, zu wiederholten malen seinem Gebieter gegenüber das Glück eines Tyrannen mit so glänzenden Farben, daß dieser sich versucht fand, ihn dieses Glück auf einige Zeit symbolisch kosten zu lassen. Er ließ ihn in einen mit königl. Aufwand verzierten Speisesaal führen, an einer reichbesetzten Tafel den königl. Sitz einnehmen und von Edelpagen bedienen. Allein als D. in vollem Genusse dieser scheinbaren Herrlichkeit war, ließ Dionysius gerade über seinem Haupte ein scharfgeschliffenes Schwert an einem Pferdehaar aufhängen, und kennzeichnete damit das Glück eines Herrschers als ein mit einer unablässig drohenden Gefahr verbundenes. Gellert hat diese Erzählung in einer Fabel behandelt. Das „Damöklesschwerto war schon im Altertum sprichwörtlich für das stete Drohen einer Gefahr.

Brockhaus’ Conversations-Lexikon. Allgemeine deutsche Real-Encyklopädie13. Aufl., Leipzig: Brockhaus 1882–1887 · Bd. 4, S. 803Scan: Polnische Nationalbibliothek (Polona) · gemeinfrei

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