Dämönen (grch., lat. genii), bei den Griechen bald Bezeichnung für die Götter, bald für Wesen, die zwischen Göttern und Menschen in der Mitte stehen. Homer nennt vorzugsweise die Götter D., und dämonisch ist ihm gleichbedeutend mit göttlich. Hesiod versteht unter den D. Schutzgeister, welche die Seelen der Menschen aus dem Goldenen Zeitalter sein sollen. Nach Plato steht das Dämonische in der Mitte zwischen Gott und Menschen; die D. sind ihm übermenschliche Wesen, welche auf die Schicksale der Menschen Einfluß üben. Aristoteles unterscheidet die Unsterblichen in Götter und D., die Sterblichen in Heroen und gewöhnliche Menschen. Die namentlich bei den Orphikern sich sindende Unterscheidung der D. in gute und böse Geister, in Agäthodämonen und Kakodämonen, stammt aus dem Orient. Nach der Lehre des Dumudrnd stehen den guten Genien im Reiche des Ormuzd oder des Lichts, Izeds genannt, die bösen Geister, Dews, die Genien im Reiche des Ahriman oder der Finsternis, entgegen. Die jüd. Dämonenlehre ist vermutlich unter pers. Einflüssen erst seit der Babylonischen Gefangenschaft ausgebildet. Den guten Engeln stehen die bösen gegenüber, für welche letztern der Name D. ausschließlich in Gebrauch kommt. Wie an der Spitze der erstern sieben Erzengel stehen, welche den Hofstaat Jehovahs ausmachen und dessen Thron umgeben, so hat auch Satan, der Beherrscher des Dämonenreichs, sieben Erzteufel zu seinen vornehmsten Dienern. Der Volksglaube zur Zeit Jesu wußte von zahllosen D., welche die Menschen auf mancherlei Weise plagen, ja Seele und Leib in Besitz nehmen. S. Besessene.) Das Austreiben der D. durch Zaubersprüche, Wunderkräuter u. s. w. war ein besonderes Geschäft (der Erorzisten). Die christl. Kirchenlehrer bezeichnen mit dem Namen D. die Götter der Heiden. Die Lehren der alten Kirche über den Fall der D., angeknüpft an 1 Mos. 6, 2, und über ihre Wirksamkeit sind ein Gemisch jüd. und platonischer Vorstellungen; dennoch dachte die Kirche diese Wirksamkeit immer bedingt durch Gottes Rat und Zulassung. Bei den german. Völkern steigerte sich die Idee einer Besitznahme durch D. bis zu der eines Bündnisses mit dem Teufel. Vgl. Ukert, «über D., Heroen und Genien » (Lpz. 1850); Roskoff, «Geschichte des Teufelsy (2 Bde., Lpz. 1869). Daemoniäci (lat.), von einem bösen Geiste Besessene. Dämonisieren, als Dämon, böser Geist, walten, und: einen bösen Geist austreiben (aus Besessenen).