Dampfhammer ist eine Verschmelzung von Rezel von solch Hammer und Amboß, und in der Regel von solcher Ausführungsform, daß auf die Erzeugung einer rotierenden Bewegung Verzicht geleiset, der Kolbenwechsel also öhne Mitwirkung eines Schwungrades durch den Steuerungsapparat allein herbeigeführt wird. Die erste Idee, den Dampf zum Betriebe großer Hämmer in ganz direkter Weise zu benutzen, hat James Watt in seinem engl. Patent vom 28. April 1784 ausgesprochen, dieselbe wurde durch William Deverell (1806), später durch Nasmyth in Patricroft (1838) weiter ausgebildet und kam 1842 durch Bourdon und Schneider in Creusot zum ersten mal zu praktischer Ausführung. Die Herstellung besonders großer Schmiedestücke, wie sie die in den dreißiger Jahren zu hoher Entwickelung gelangende Dampfschifffahrt erforderlich machte (Kurbelwellen, Kolbenstan-Ra hatte die Notwendigkeit ungewöhnlich schwerer aschinenhämmer von großer Fallhöhe herbeigeführt und die Verwendung des Dampfes als Motor, der von lokalen Beschränkungen frei ist, angezeigt. Jener erste in Creusot ausgeführte D. war einfach wirkend; der Dampf wurde mittels eines von der Hand bewegten Muschelschiebers nur in den unter dem Kolben liegenden Teil des Cylinders geleitet, um den durch die Kolbenstange mit dem Kolben verbundenen Hammerbär zu heben, und das Herabfallen desselben erfolgte unter Abführung des benutzten Dampfes ausschließlich durch sein eigenes Gewicht. Die Umwandlungen, welche der D. aus dieser ursprünglichen Form im Laufe der folgenden 0 auf ehnte allmählich erfahren hat, beziehen sich auf Herbeiführun einer völlig automatisch wirkenden Steuerung (Nasmyth, Naylor, Keller und Banning), au möglichste Verstärkung der Schlagwirkung durch eine Prellvorrichtung oder durch Benutzung von Oberdampf (Nasmyth), also durch den Übergang von der einfach wirkenden zur doppelt wirkenden Dampfmaschine; ferner auf Herbeiführung größerer Stabilität durch Verminderung der Gesamthöhe der Maschine (Cavé, Voisin) oder durch Verlegung des Hammerbärgewichts in die Kolbenstange (Daelen, Morrison), sowie durch geeignete Fundamentierung des Amboßes (Schwartzkopff), endlich auf gänzliche Beseitigung des Amboßes und eines immer kostspieligen Fundaments durch Veroppelung des Hammerbärs und Bearbeitung des Samerehr zwischen zwei horizontal gegeneinander beweglichen Massen (Ramsbottom). Besondere Schwierigkeiten hat die Anordnung der Steuerungsmechanismen, da es möglich sein muß, die Umkehr des Kolbens oben und unten je nach der ewünschten Stärke des Schlags und der Dicke des rbeitsstücks genau und sicher zu regulieren und innerhalb weiter Grenzen das Hammerspiel zu verändern. Die nachstehende Abbildung zeigt einen Luppendampfhammer nach Konstruktion von Condie, bei welcher der mit einem Ansatz versehene Dampfeylinder den Hammerbär bildet, während Kolben und Kolbenstange am Gerüst befestigt sind. Hinsichtlich der Größe der Dampfhämmer ist zu bemerken, daß das Gewicht des Hammerbärs in der Regel zwischen den Grenzen 5 und 80 Ctr., die Fallhöhe zwischen 0,s und 1 m sich bewegt, daß jedoch in einzelnen Fällen das Bärgewicht bis zu 1000 Ctr. und die Fallhöhe bis zu Zm (Hammer in der Gußstahlfabrik von Krupp in Essen) gesteigert worden ist, in welchem Falle die der Wiekung des D. ungefähr dem 10000fachen der Wirkung eines von der Hand bewegten größern Zuschlagammers gleichkommt. Da die Verdichtung und Formgebung des Schmiedeeisens und Stahls durch Hammerschläge nur während der Weiß⸗ und Rotglühhitze mit Erfolg geschehen kann, also im höchsten Grade an die Zeit gebunden ist, so * t sich hieraus der eminente Vorteil, welchen der D. im Großmaschinenbau gewährt.