Dandolo (Tullio, Graf), ital. Schriftsteller, geb. zu Varese im Sept. 1801, Sohn des vorigen, einer mit dem berühmten Patriciergeschlecht nicht verwandten Familie angehörend, begann seine Studien in Zara, wo sein Vater damals Provveditore war, und setzte sie in Varese und Pavia fort. Er unternahm viele Reisen, die ihm reichen Stoff zu schriftstellerischer Thätigkeit gaben. Seine Reise beschreibungen sind durch den Reichtum an Beobachtungen aus allen Gebieten des menschlichen Wissens anziehend, aber im ganzen flüchtig. Hieran schließen sich eine Reihe von histor. Schristen, wie «Studii sul secolo di Pericles (1835), Studii sul secolo d'Augustop (1837), Roma e L'impero fino a Marco Aurelioo (1842), das sechste Buch desselben allgemein bekannt unter dem Namen „Chri- (2 Bde., 1856), «Storia del pensiero al medio evoy (1857), (Storia del pensiero nei tempi modernid (1864; 2. Aufl., 3 Bde., 1870 —71), II secolo di Leone Xy (3 Bde., 1861), „Roma pagana e Roma cristiana, Il secoli dei due sommi italiani Dante e Colombo studiati e delineati da Tullio D.» (1860) u. s. w. Auch diese Arbeiten zeugen von Talent und vielseitigem Wissen, lassen aber an Gründlichkeit viel zu wünschen übrig. D. starb 6. April 1870 in Urbino.