Darmverengerung oder Darmstenose, ein krankhafter Zustand, bei welchem die Durchgängigkeit des Darmrohrs und damit die Fortbewegung des Darminhalts mehr oder weniger aufgehoben ist, kommt teils angeboren vor (s. Atresie), teils durch Krankheit erworben, insbesondere durch Geschwülste, welche von außen das Darmrohr zusammendrücken, durch Vernarbung von Darmgeschwüren, durch Darmkrebs, durch Knickungen und Drehungen einer Darmschlinge um ihre Achse, durch Einklemmung eines Darmstücks in eine Bruchpforte (. Bruch) u. dgl. Mitunter geschieht es auch, daß sich ein Darmknick in die Hoöhle des unmittelbar benachbarten einstülpt und dadurch einen vollkommenen Verschluß (sog. Darminvagination) herbeiführt. In leichtern Graden gibt sich die D. durch hartnäckige Stuhlverstopfung, Auftreibung des Leibes und mehr oder minder quälende Koliken zu erkennen, während bei vollständigem Verschluß des Darmkanals die schwersten und bedrohlichsten Erscheinungen, wie Heugstz Schmerzen, Koterbrechen und rascher Verfall der Kräfte, eintreten. Bisweilen gelingt es auf operativem Wege, das den Verschluß bedingende Hindernis zu beseitigen (sog. Bauchschnitt oder Laparotomie) oder durch Anlegung eines künstlichen Afters (s. d.) das gefährdete Leben des Kranken zu erhalten.