FeedDavidson (Lucretia Maria)
Literatur & SpracheBrockhaus 1882

Davidson (Lucretia Maria), nordamerik. Dichterin, geb. 27. Sept. 1808 am See Champlain im Orte Plattsburg, entwickelte schon früh geistiges Streben. Einige in ihrem 11. Jahre auf Washingtons Gedächtnisfeier gedichtete Verse voll tiefster Empfindung und Begeisterung erregten bei den Ihrigen zuerst die Aufmerksamkeit auf ihr Talent, das bald auch in weitern Dichtungen hernortrat; aber das unaufhörlich regsame geistige Feuer ihres Wesens verzehrte schnell ihr durchaus innerliches, in Sehnsucht und Poesie ganz aufgelöstes Gemüt. Auch durch seltene äußere Schönheit ausgezeichnet, starb sie 27. Aug. 1825. Ihre Gedichte gab S. F. B. Morse unter dem Titel „Amir Khan and other poems, the remains of Lucretia Maria D., with a biographical sketcho (Reuyork 1829) heraus, eine Lebensbeschreibung verfaßte Miß Sedgwick (Philad. 1842; — Lpz. 1848). Ihre Schwester, Margaret Miller D., geb. 16. März 1823, ward ebenso früh wie Lucretia zur Dichterin. Doch auch sie verzehrte sich, fast noch als Kind, durch die übergewalt geistiger ½ und starb 25. Nov. 1838. Ihre Biographie hat Washington Irving geschrieben (Philad. 1841; deutsch, Lpz. 1843). Gesammelt erschienen die poetischen Arbeiten beider Schwestern 1850 in Neuyork; trotz der oft mangelhaften Form zeugen ihre Leistungen von einem echt dichterischen Geiste.

Brockhaus’ Conversations-Lexikon. Allgemeine deutsche Real-Encyklopädie13. Aufl., Leipzig: Brockhaus 1882–1887 · Bd. 4, S. 915Scan: Polnische Nationalbibliothek (Polona) · gemeinfrei

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