Capriccio, Caprice, Jst in der Music eine Gattung der Fantasten, darinnen ein Künstler seinem Sinne folget, und nach seiner Caprice etwas hinsetzet oder herspielet, welches iedoch manchesmahl weit artiger zu hören ist, als was regulirtes und studirtes, wenn es aus einem freyen Geiste kömmt. Andere beschreiben sie also: Capriccio ist ein solches Stück, worinnen der Componist, ohne sich an eine gewisse Anzahl Täcte, Tact-Art, oder aber vorher überlegten Entwurf zu binden, der Hitze seines Naturells den freyen Lauff lässet. Kurtz: Es ist ein Einfall, worauf vorher nicht meditiret worden. Die für das Clavier gesetzte, aber nicht sonderlich ausgearbeitete Fugen werden auch also genennet. Herr Mattheson sagt: Die Capricci lassen sich nicht wohl beschreiben. Der eine hat diese, der andere jene Einfälle. Je wunderlicher und ausserordentlicher sie sind, ie mehr verdienen sie ihren Nahmen. Nur nicht zu viel davon angebracht, so sind sie auch gut.