Degenfeld (Alfred Ludw., Freiherr von), geb. 9. Febr. 1816 zu Gernsbach im Großherzogtum Baden, trat 1833 in das 3. bad. Infanterieregiment und wurde 1836 zum Offizier ernannt und in das Leib-Grenadierregiment versetzt. Im J. 1845 wurde D. Hauptmann im 1. Infanterieregiment und 1858 Major im Leib-Grenadierregiment, in welchem er 1860 zum Oberstlieutenant und 1865 zum Oberst und Regimentskommandeur aufstieg. Im Deutschen Kriege von 1866 führte D. das Regiment und nahm an den Gefechten von Hundheim, Werbach und Gerchsheim teil, wurde 1868 zum Generalmajor und Kommandeur der 2. Infanteriebrigade befördert und führte diese Brigade im Deutsch-Französischen Kriege vom 16. Aug. bis 27. Sept. 1870 vor 1 . Am 1. Okt. 1870 wurde D. nach dem westl. Abhange der Vogesen entsendet, um die sich dort sammelnden Freischaren zu zerstreuen; er rückte im Thale der Meurthe aufwärts, trieb in den Gefechten bei Raon l'Etape und Nompatelize größere Abteilungen Franctireurs auseinander, vereinigte sich bei St.⸗Dié mit der Hauptmasse des neugebildeten 14. Armeekorps unter General von Werder, dessen Vorhut er zuletzt gewesen, schlug 22. Okt. bei Etuz am Ognon die Division des Generals Cambriels, 26. Okt. bei Pasques unweit Dijon die Garibaldianer und, vereint mit der Brigade des Prinzen Wilhelm von Baden, bei Nuits die Division des Generals Cremer. In der Schlacht an der Lisaine befehligte D. 15. bis 17. Jan. 1871 den rechteg Flügel der deutschen Stellung, verteidigte Villersexel, mußte 16. Fiu vor überlegenen Massen, welche seinen rechten Flügel umfaßt hatten, zwar nach alonvillars Kampfe Chenebier räumen und nach Chalonvillars zurückgehen, nahm jedoch am folgenden Tage die verlorene Stellung wieder ein. Am 1. Juli 1871 trat D. als Kommandeur der 56. Infanteriebrigade in den Verband der preuß. Armee, schied jedoch 18. Okt. 1871 mit dem Charakter als Generallieutenant aus dem aktiven Dienste.