Derivatum, s. Derivat. Derkéto ist die nach Ktesias gebrauchte Form der esyr. Göttino, die richtiger von Strabo und andern Athara oder Atargatis genannt wird, und deren einheimischer Name Thargata (syr. Thar'ata, talmudisch Thar'atam) gewesen zu sein scheint. Die Hauptstätte ihrer Verehrung war in Hiergpolis (Bambyke, orient. Mabog, Manpeg, heute Mombedj) nicht weit vom Euphrat. Sie war namentlich als Dea syria bekannt, und unter diesem Titel — uns Lucian noch eine Art Stilübung im ion. ialekt nach Herodoteischem Vorbild hinterlassen, in der er indes die D. von andern Göttinnen derselben Gattung unterscheidet. Außer in Hierapolis wurde sie noch in Joppe und Askalon, dann auch in Astaroth-Karnain in Palästina verehrt, dessen Tempel Judas Makkabäus zerstörte. Sie wurde vielfach mit Astarte Mylitta und selbst mit Isis verwechselt, und bei den Griechen mit Rhea, Here und Aphrodite verglichen. Herodot betrachtet sie als die himmlische Aphrodite, und hält ihren Tempel in Askalon, den die Skythen lünderten, für ihr Urheiligtum, von wo aus die Phöntzier den Kultus nach Cypern und der Insel Cythere brachten. Nach griech. Sagen, mit pers. Legenden gemischt, galt sie für die Mutter der Semiramis. Sie wurde dargestellt als ein Weib, deren Hüften in einen gebogenen Fischschwanz endigen: sie hatte dadurch eine Beziehung zu dem phöniz.⸗assyr. Fischgott Dagon. In beiden Fällen deutete die Nigt auf die fruchtbare, zeugende Naturkraft In. Nmach Plutarch hielten einige die D. für die Ursache und die Natur, die den Anfang und den Samen aller Dinge aus der Feuchtigkeit entlehnt. Die Verehrung der D. war orgiastischer Art: wie beim Cybele- und Attysdienst kamen Selbstentmannungen vor, wonach die Phallen in den Tempeln geweiht wurden, auch Selbstgeißelungen und Tänze rasender Weiber. Zweimal im Gotte fand in Hierapolis ein Fest zu Ehren der öttin statt, wobei Wasser aus entlegenen Gegenden geholt und in eine Kluft gegossen wurde, zur Erinnerung an die Sündflut, deren Wasser durch diese offnung abgelaufen sei.