Astärte, bei den Hebräern Aschtoreth, assyr. Istar, ist der Name der weiblichen Hauptgöttin der altheidnischen Semiten, nämlich der Himjariten, Syrer, Assyrer, Araber, Phönizier und Hebräer, der als männliche Gestalt der Baal, insbesondere der Baal-Hamman (der Moloch der Hebräer), zur Seite steht und welcher als Symbol zwei Hörner, bei den alten Semiten das Sinnbild der Stärke, beigegeben werden. Haupttempel der Göttin befanden sich in Phönizien zu Tyrus und Sidon. Bei den Hebräern war ihr Kult in den Hintergrund getreten, bis derselbe durch Salomo nach dem Vorbilde des phönizischen wiederum eingeführt ward. Die A. wurde auch unter dem Namen der Malkat-Haschamaim (d. i. Königin des Himmels) verehrt. Bei den Phöniziern führte die Göttin auch den Namen Rabbat (d. i. Herrin, Gebieterin), weshalb neuere Forscher den griech. Mythus von der Curopa auf sie zurückführen. Im alten Arabien erscheint auch ein männlicher Ant or. Bei den Assyrern war Istar die Tochter des Mondgottes, Göttin der Che der Begattung aller Geschöpfe. Sie vertrat au den Planeten Venus. Ihr Sohn und Geliebter war ein mit dem phatern 0 und Adonis identischer Gott. In dem spätern Gebrauch waren, wie in Phönizien, alle Göttinnen Istarät, Istars, wie alle Götter Baals. Nicht zu verwechseln mit der A. ist eine andere altsemit. Göttin, die Aschera, welche den Phallus zum Symbol hat und unter üppigen, rünenden Bäumen verehrt wurde. Ihr wurde eine bej ondere Vorliebe für den Ziegenbock zugeschrieben. Man opferte ihr durch Hingabe der Jungfrauschaft. Als männliches Wesen —— ihr ebenfalls ein Baal zur Seite. Vgl. Müller, A., ein Beitrag zur Mythologie des orient. Altertums» (Wien 1861).