FeedDeukalion
Sagen & MythenBrockhaus 1882

Deukalion, der mythische Vater des Hellen und der Stammpater der Hellenen, Sohn des Prometheus, Enkel des Japetos und Gemahl der Pyrrha. Als Zeus das Menschengeschlecht durch Wasser zu vertilgen beschlossen hatte, verfertigte D. auf den Rat seines Vaters einen hölzernen Kasten, in welchem er mit seiner Gattin während der neuntägigen Flut auf dem Gewässer umhergetrieben wurde und endlich, als sich das Wasser verlief, auf einem Berge landete. Hier bildete er mit Pyrrha auf den Rat der Themis oder des Zeus Mens⸗ Menschen, sodaß er Stammvater des neuen Menschengeschlechts wurde. Auf seine Frage, wie er die Erde wieder bevölkern könne, erhielt er die Antwort: sie sollten die Gebeine ihrer Mutter hinter sich werfen. Diesen dunkeln Ausspruch deuteten sie dahin, daß ihre Mutter die Erde, deren Gebeine aber die Steine seien. Aus den von D. geworfenen Steinen wurden Männer, aus den von Pyrrha geworfenen Weiber. Die Kinder, welche ihm zyrrha gebar, waren Hellen, Amphiktyon und Protogeneia. In Bezug auf den Ort der Landung weichen die Angaben ab. In den ältern Fassungen der (in den Homerischen Gedichten noch nicht erwähnten) Sage war es der Othrys in Thessalien „später wurde, wohl unter dem Einfluß der delphischen Priesterschaft, gewöhnlich der Parnaß genannt. gin nennt den Atna als den Berg, auf dem sich D. zuerst niedergelassen, Servius den Athos. Nach Pindar baute D. seine erste Wohnung in Opus. Auch die Gründung des alten Heiligtums des Olympi: schen Zeus in Athen ward ihm zugeschrieben und dafelbst sein Grabmal gezeigt.

Brockhaus’ Conversations-Lexikon. Allgemeine deutsche Real-Encyklopädie13. Aufl., Leipzig: Brockhaus 1882–1887 · Bd. 5, S. 103Scan: Polnische Nationalbibliothek (Polona) · gemeinfrei

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