FeedHekäte
Sagen & MythenBrockhaus 1882

Hekäte hieß bei den Griechen eine Göttin des nächtlichen Mondlichts. In der Hesiodischen Theogonie, wo sie zuerst erwähnt wird, erscheint sie als eine Tochter des Perses und der Asteria (der Sternennacht), der Schwester der Leto; andere nennen sie eine Tochter des Zeus und der Demeter oder auch des Zeus und der Hera. Hauptorte ihres Kultus waren die Insel Samothrake (wo die Zerynthische Grotte als ihr Wohnsitz galt), Thessalien, Theben, die Insel Agina und Athen. Als nächtliche Göttin wurde sie naturgemäß teils eine Göttin der Unterwelt, teils eine Göttin alles nächtlichen Spuks und Zauberwesens, wozu besonders auch ihre Verehrung an Kreuzwegen beitrug. Sie hieß deshalb auch Trioditis, lat. Trivia, ein Name, der infolge der Identifizierung der H. mit der Artemis dann auch auf diese überging. Die bildende Kunst stellte sie teils eingestaltig, in kurz aufgeschürztem Gewand, regelmäßig mit zwei Fackeln in den Händen dar, teils dreigestaltig, d. h. als drei mit den Rücken gegeneinandergekehrte Frauengestalten mit verschiedenen Attributen (Fackeln, Kannen, Schalen, später Dolchen, Geißeln, Schlangen, Schlüsseln) in den Händen. So hatte zuerst der berühmte Bildhauer Alkamenes die Göttin auf der Akropolis in Athen gebildet. Noch viele Darstellungen der dreigestaltigen H. sind erhalten. Vgl. Petersen, «Die dreigestaltige H.o, in den Archäologisch-epigraphischen Mitteilungen aus Osterreiche (Bd. 4 u. 5, Wien 1880—81).

Brockhaus’ Conversations-Lexikon. Allgemeine deutsche Real-Encyklopädie13. Aufl., Leipzig: Brockhaus 1882–1887 · Bd. 9, S. 74Scan: Polnische Nationalbibliothek (Polona) · gemeinfrei

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