Diaz (Bartolommeo), einer der berühmtesten Seefahrer des 15. Jahrh., wurde etwa um 1450 geboren. Einer alten portug. Familie der Provinz Algarve entstammend, kam D. noch jung an den Hof König Johanns II. und erwarb sich durch srühzeitige Studien und durch den Umgang mit wissenschaftlich gebildeten Männern, besonders mit dem deutschen Kosmographen Martin Behaim, einen Namen. Vom Könige beauftragt, mit zwei Fahrzeugen die Entdeckungen früherer portug. Seefahrer an der afrik. Westtüste zu verfolgen, erreichte er bald die Grenze des bekannten Gebietes und 95 jenseit derselben (25 50 südl. Br.) zuerst an das Land, um von diesem Besitz zu ergreifen, umsegelte dann, vom Sturm verschlagen, ohne es zu ahnen, die Südspitze Afrikas und lief in die jetzige Algoabai ein, wo er auf der Insel Ste.⸗ Croix ein Kreuz errichtete. Eine Meuterei seiner Mannschaft zwang ihn vor der Mündung des Großen Fischflusses umzukehren. Diesen nannte er nach einem seiner Kapitäne Rio del Infante. Auf der Rückreise bekam er, längs der Küste hinsegelnd, die Südspitze von Afrika in Sicht und nannte sie zum Andenken an das Erlittene Cabo de todos los tormientos, ein Name, den der König später in Cabo de buena esperanza, d. i. Kap der Guten Hoffnung, abänderte. Nach Lissabon heimgekehrt, wo er im Dez. 1487 anlangte, wurde er mit Ehrenbezeigungen überhäuft. Bald aber sah er den Seefahrer Vasco de Gama sich n. Alts en und mußte 1497 unter diesem befehligen. Als Vasco de Gama ihn bei dem Vorgebirge Mina nach Portugal zurückschickte, schloß er 0 der Fahrt des Entdeckers von Brasilien, Cabral, an, fand aber 29. Mai 1500 mit vier Schiffen aus der Flotte nebst sämtlicher Mannschaft in der Sturmflut sein Grab. Camoens hat in der Lusiader D.“ Verdienste verewigt.