Diaz (Porfirio), mexik. General und Staatsmann, machte sich zuerst als Gegner des Kaisers Maximilian bekannt, indem er als Anführer republikanischer Truppen vom Norden her gegen die Hauptstadt zog, ferner Puebla durch Belagerung einschloß, während Maximilian sich in Queretaro aufhielt, und dann den zum Entsatz Pueblas heranrückenden kaiserl. General Marquez schlug. Nachdem D. 2. April 1867 Puebla erstürmt hatte, rückte er Mo die Hauptstadt vor und belagerte dieselbe zwei Monate lang, worauf diese sich auf die Nachricht vom Schicksale Maximilians 20. Juni auf Gnade und Ungnade ergab. Im J. 1871 trat er, jedoch vergeblich, als Mitbewerber um die Präsidentschaft (gegen d.2 da auf. Nach dem Tode des letztern suchte er 1872 da urch die Gewalt an sich zu reißen, daß er eine Reihe militärischer Pronunciamentos hervorrief und sich an die Spitze dieses Militäraufstandes stellte. Nachdem indes die revolutionären Führer die vom interimistischen Präsidenten Lerdo de Tejada (s. d.) erlassene Amnestie angenommen hatten, b sich D. ohne Anhang und unterwarf sich ebenfalls demselben 23. Okt. 1872, worauf Tejada 27. Okt. zum definitiven Präsidenten gewählt wurde. Im Frühjahr 1873 zum Präsidenten des Obersten Gerichtshofs von exiko erwählt (womit zugleich die Vizepräsidentschaft der Bundesregierung verbunden ih, wurde er jedoch von dem im Mai 1873 zusammengetretenen Kongreß als solcher nicht anerkannt und begab sich nach den Vereinigten Staaten von Amerika. Von dort tehrte D. im Juli 1876 zurück, als Iglesias einen Militäraufstand gegen den Präsidenten Lerdo de Tejada erregt hatte, sammelte seine Anhänger im Nordosten des Staatsgebietes, schlug die Truppen des Präsidenten 12. Nov. 1876 bei Huamantla entscheidend, zog 23. Nov., nachdem Lerdo de Tejada zwei Tage zuvor geflohen, in der Hauptstadt ein und übernahm am 30. Nov. D. chlun . die Leitung der Staatsverwaltung. D. schlug 3. Dez. bei Guanaxuato die Truppen des Prätendenten Iglesias, wurde im Febr. 1877 für die Zeit bis zum 30. Nov. 1880 zum Präsidenten der Republik erwählt und 5. Mai 1877 als solcher proklamiert. Er stellte die Ruhe im Lande wieder her und wurde auch vom Auslande, insbesondere von den Vereinigten Staaten von Amerika, als rechtmäßiger Präsident anerkannt. Nach Ablauf der gesetzlichen Dauer seiner Präsidentschaft legte D. die Regierung in die Hände seines polit. Freundes General Manuel Gonzalez, für dessen Wahl er gewirkt hatte, nieder und leitete zunächst bis zum Juli 1881 das Ministerium der öffentlichen Arbeiten, um mehrere große Eisenbahnbauten zu Ende zu führen. Dann Üübernahm er als Gouverneur die Verwaltung der Provinz Oaxaca.