Cabral (Pedro Alvarez), der Entdecker Brasiliens, geb. um 1460, stammte aus einer alten edeln portug. Familie. Von seinem frühern Leben ist nicht mehr bekannt, als daß er sich durch Talente und Tapferkeit auszeichnete, wodurch König Emanuel von Portugal sich veranlaßt sah, ihn nach Vasco de Gamas glücklicher Rückkehr von der ersten Seereise zum Befehlshaber der nach Ostindien ausgerüsteten Flotte von 13 Schiffen mit 1500 Mann zu ernennen. Er segelte 8. März 1500 aus dem Hafen von Lissabon ab, nahm jedoch, um die Windstillen an der Küste von Guineg zu vermeiden, nach Passierung der Kapverdischen Inseln eine etwas zu westl. Richtung, sodaß er in den südamerik. Meeresstrom geriet und an die Küste des bis dahin unbekannten Landes Brasilien geführt wurde, welches er 24. April 1500 für seinen König in Besitz nahm und Terra da Santa-Cruz benannte. Am folgenden Tage lief er in eine große und sichere Bai ein, welcher er den Namen Porto-Seguro gab, und die den Berichten zufolge zwischen Pernambuco und dem Rio San-Francisco zu suchen, also nicht mit dem jetzigen südlichern Porto-Seguro zu verwechseln ist. Nachdem er ein Schiff mit der Nachricht der Entdeckung in die Heimat abgesendet, machte er sich auf, nach Indien, dem eigentlichen Ziele seiner Reise, zu steuern, verlor aber 29. Mai 1500 durch Sturm zunächst vier seiner Schiffe nebst Mannschaft, darunter den berühmten Seefahrer Bart. Diaz (s. d.), und bei der Weiterfahrt noch drei andere Schiffe. Er landete zunächst in Melinda und ging n Can nach Kalikut, wo er mit dem ind. Fürsten, dem Samorin, glückliche Unterhandlungen begann (13. Sept.). In einem von den eifersüchtigen arab. Kaufleuten Lhlage Aufstande jedoch wurden 50 Portugiesen erschlagen; zur Strafe da-Ur setzte C. die im Hafen liegenden ind. Schiffe in Dn und eröffnete eine Kanonade auf die tadt. Bei dem auf den Fürsten von Kalikut eifersüchtigen Radscha von Kotschin fanden die Portugiesen aufrichtigeres Entgegenkommen. Zu Kotschin (südlich von Kalikut) und in dem nördlich von Kalikut an der Küste gelegenen Kananor legte C. Faktoreien an. Somit schloß C. die ersten für Portugal so wichtigen Handelsverbindungen mit Ostindien, und mit einer ziemlich reichen Ausbeute ind. Produkte begab er sich auf die Rückfahrt. Am 31. Juli 1501 lief er wieder in den Hafen von Lissabon ein. C. starb um 1526. Auf seine Veranlassung beschrieb Sancho de Toar die Küste Sofala, mit welcher er, wie mit Quiloa und Melinde, von —— 3 aus in Verbindung getreten war. C.s Reisen selbst finden sich in Ramusios Navigationi e viaggis (3 Bde., Vened. 1563 u. 1835).