Dichte oder Dichtigkeit eines Körpers ist das Verhältnis seiner Masse zu seinem Rauminhalt (Volumen); sie wird ausgedrückt durch die Division seiner Masse durch sein Volumen. Je größer also bei demselben Rauminhalte die Masse eines Körpers, oder je kleiner, bei derselben Masse, sein Volumen ist, desto bedeutender ist auch die D. des Körpers. Im dichtern Körper derselben Materie liegen kl⸗ durchschnittlich seine kleinsten Teilchen (Moleküle) einander näher als im minder dichten, so z.B. im massiven Platin enger aneinander als im Platinschwamm. Die D. der Körper ist bei demselben Volumen proportional ihrer Masse, also auch ihrem Gewicht. Dagegen sind bei h Masse, mithin auch bei gleichem Gewicht, die D. umgekehrt proportional den Volumen der Körper. Weil (abgesehen von den scheinbaren Ausnahmen) mit jeder Temperaturerhöhung eine Volumsvergrößerung der Körper, folglich auch eine Verminderung ihrer D. verbunden ist, und weil umgekehrt in der Regel die D. der Körper mit ihrer Erkaltung wächst (s. Ausdehnung), so muß man die Ermittelung der D. auf eine bestimmte Temperatur der Körper beziehen. Die Berechnung der D. aus dem Verhältnis der Masse eines Körpers zu seinem Volumen bietet so die D. durch relative Zahlen auszudrücken. Zu diesem Behuf wendet man das oben angegebene Gesetz an, wonach sich, bei gleichem Volumen, die D. direkt wie —* Gewichte verhalten. Nimmt man nun für dasselbe Volumen die D. des chemisch reinen Wassers bei 4˙ C., wo diese D. ihr Maximum besitzt, als Einheit an, so ergibt sich für jeden Körper die relative D. (gemeinhin D. genannt), wenn man sein Gewicht durch das Gewicht eines gleichgroßen Wasserkörpers dividiert. Zur experimentellen Auffindung der D. fester und tropfbarflüssiger Körer dienen die Pyknometer (s. d.), die hydrostatische age (s. d.) und die Aräometer (s. d.). Die D. der Gase und Dämpfe (s. Dampf) wird ebenfalls nach diesem Prinzip ermittelt, indem man 10 Gewicht mittels eines dünngeblasenen, etwa ½ 1 fassenden Glasballons bestimmt, wobei die D. der atmosphär. Luft bei 0C. und 760 mm als Einheit angenommen ist, sodaß man die D. numerisch erhält, wenn man das Gewicht des ihen Luft Gases oder Dampfes durch jenes des gleichen Luftvolumens (immer mittels desselben Glasballons) dividiert. Bei Berechnung der D. der Gase und Dämpfe muß wie bei der Luft für eine Reduktion auf die Normaltemperatur (0C.) und auf den Normalbarometerstand (760mm) gesorgt werden. Die D. der Gase und Dämpfe wird auf die D. der atmosphär. Luft als Einheit bezogen, weil bei Annahme der Wasserdichte als Einheit die Dichteunterschiede der Gase und Dämpfe zu gering erscheinen würden. Die D. darf mit dem spezifischen Gewicht (s. d.) nicht verwechselt werden; beide sind wohl einander proportional, aber nicht gleich. Im metrischen Gewichtssystem sind sogar die Zahlen, welche beide ausdrücken, dieselben; aber diese Zahlen sind für die D. nur unbenannte Verhältniszahlen, während sie für die spezifischen Gewichte benannte Zahlen bedeuten, und zwar bildet, bei Zugrundelegung von 1cem als Volumseinheit, Gramm die Benennung. So z. B. ist 19,3 die D. des Goldes, während 19,3 g sein spezifisches Gewicht bezeichnet, wenn 1 cem die Volumseinheit bildet. Die Dichte und das spezifische Gewicht bilden ein charakteristisches physik. Erkennungszeichen vieler Stoffe, B. des Platins, Goldes u. a. m. Die Zahlen, welche die D. der Materien bezeichnen, sind in den Decimalen immer etwas schwankend, und man hat dieselben in Tabellen zusammengestellt. Aus letztern mag hier beispielsweise herausgehoben sein: Die D. des gewalzten Platins mit 22, d. h. derartiges Platin wiegt 22mal .7 als das gleiche Volumen Wasser. Die D. es geschmolzenen Goldes ist 19,2, des Bleies 11,3, des Diamanten 3,5, des Quecksilbers 13,6, des Alkohols 0,29, der Luft 0,013, des Chlors O,ooss und des Wasserstoffs 0,Oobo. Nimmt man wie gewöhnlich die D. der Luft als Einheit an, dann beträgt die D. des Chlors 2,5 und des Wasserstoffs 0,or. Die D. des Wasserstoffs ist die kleinste aller bekannten Stoffe, sie beträgt nur , von jener der atmosphär. Luft, während die D. der letztern nur ½0 von jener des Wassers ausmacht. Man spricht übrigens bildlich auch von einer magnetischen und elektrischen D. und versteht darunter die Menge des auf der Flächeneinheit angehäuft gedachten Magnetismus, beziehungsweise der Elektricität. Wera nennt man in der Optik ein Mittel optisch dichter als ein zweites, wenn es das Licht stärker bricht als letzteres. Diehtiateit ber s. unter Aräometer.