FeedDehnbarkeit
TechnikBrockhaus 1882

Dehnbarkeit nennt man die Eigenschaft fester Körper, durch die Einwirkung mechan. Kräfte ohne Aufhebung des Zusammenhangs durch Verschiebung ihrer Teilchen eine bleibende Veränderung ihrer Gestalt in einer oder mehrern Richtungen zu gestatten. Diese Eigenschaft ist nicht zu verwechseln mit der Elasticität (s. d.), da es bei der Bestimmung der D. auf bleibende Gestaltsänderung ankommt, also die D. erst da angeht, wo die Sahatmne aufhört. Als Maß für die Größe der D. hat man die Dünne der Drähte, Fäden oder Bleche und Blätter zu betrachten, zu welcher man einen Körper auszudehnen im Stande ist, wobei zu beachten ist, ob dies allmählich und langsam geschieht, bei welcher Temperatur der Körper, bei welchen chem. Beimischungen zum Hauptstoffe, in welcher Weise die Bearbeitung der Körper erfolgt u. dgl. m. Vorzüglich wichtig ist die Eigenschaft der D. bei Metallen, da besonders bei diesen davon technische Anwendung gemacht wird. Man unterscheidet bei den Metallen drei Hauptarten der D., nämlich die Ziehbarkeit, d. h. die Eigenschaft, sich 6 feinen Drähten ziehen zu lassen; die Streckbarkeit oder die Eigenschaft, sich zwischen Walzen zu Blechen strecken zu lassen, und die Hämmerbarkeit, d. i. sich beim Hämmern geschmeidig zu erweisen. Diesen Eigenschaften entsprechen drei Hauptarten der Bearbeitung, und es ordnen sich hiernach die Metalle in je andere Reihen. Die an gesponnenen Fäden oder Geweben beobachtete D. ist nur zum Teil der Substanz an sich zuzuschreiben, da sie zum größern Teile darauf beruht, daß jene ein lückenhaft verbundenes Aggregat von Haaren und Fäden sind.

Brockhaus’ Conversations-Lexikon. Allgemeine deutsche Real-Encyklopädie13. Aufl., Leipzig: Brockhaus 1882–1887 · Bd. 4, S. 952Scan: Polnische Nationalbibliothek (Polona) · gemeinfrei

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