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ErdkundeBrockhaus 1882

Dinau, Hauptstadt eines Arrondissements im franz. Depart. Cötes-du-Nord in der Bretagne, am linken Ufer der Rance, an der Mündung des Kanals der Ille und Rance, und an der Linie St.⸗ Lo-Lamballe der Französischen Westbahn, 60 km östlich von St.⸗Brieuc, auf einem 73 m hohen Hügel, mit einem Hafen, der Schiffe von 150 t aufnimmt und zur Flutzeit mit dem 12 kmeentfernten von St.⸗Malo in Verbindung steht, hat ein Tribunal erster Instanz, ein Kommunal-Collége, ein Irrenhaus und zählt (1876) 7978, als Gemeinde 8180 E., welche starken Flachsbau treiben und viel Ackerbaumaschinen, Thonwaren, Flanell⸗, Leinwand⸗, Segeltuch- und Baumwollstoffe fertigen, auch Leder⸗, Fayence⸗, Runkelrübenzuckerfabriken, Hanfspinnereien und Salzraffinerien sowie berühmte Leinwand⸗, und Zwirnmärkte unterhalten. Außerdem blüht der Handel mit Vieh, Butter, Honig, Wachs, Talg, Häuten, Hanf, Getreide, 501 lichem Cider, Mehl, Leder, Segeltuch und Holz.t Die Stadt ist sehr alt und größtenteils schlecht gebaut, mit engen, finstern und krummen Straßen! und von IU dicken Mauern mit Türmen und schönen Thoren umschlossen, welche jetzt mit Gär-e ten bedeckt und mit schönen Promenaden, einem Werke des hier geborenen Wautes Duclos, um-i geben sind. Ihr um 1300 erbautes imposantes festes Schloß, welches die Stadt beherrscht und im Mittelalter den Nobalt von Bretagne zum Wohnsitz und meist zur Abhaltung der Landtage diente, wird jetzt als Gefängnis benutzt und gewährt von seinen Zinnen aus eine herrliche Fernsicht. Der Platz Bertrands du Guesclin, ein Teil des Turnierplatzes, auf dem der Held 1359 mit dem engl. Ritter Contorbie kämpfte, ist seit 1823 mit seinem Standbilde geziert; sein Herz ist in der Kirche St.⸗ Sauveur (mit einer Fagade aus dem 12. Jahrh.) beigesetzt. Vom Flecken Lanvallay führt ein schöner, 250 melanger und 40 m hoher Aquädukt heran. Etwa 1 km vor der Stadt liegt in einem reizenden Thale der seit alter Zeit berühmte, nach einem alten Schlosse Couinnais benannte eisenhaltige Sauerbrunnen mit einem kalten Mineralbade. An der Stelle von D. stand zuerst ein Schloß, um das der feste Platz im Pagus Aletensis entstand, bei welchem 1065 Wilhelm der Eroberer, in Begleitung von Harald, den Herzog der Bretagne, Conan, überwand. Das Lehn D. kam 1265 an die Herzöge der Bretagne. Die Stadt wurde 1344 durch die Engländer verbrannt,‚, 1339 durch du Guesclin gerettet und kam 1491 an die Krone Frankreich; 1598 nahm sie Heinrich IV. inanderie (frz.), Messinggeschirr (nach der belg. Stadt Dinant benannt).

Brockhaus’ Conversations-Lexikon. Allgemeine deutsche Real-Encyklopädie13. Aufl., Leipzig: Brockhaus 1882–1887 · Bd. 5, S. 358Scan: Polnische Nationalbibliothek (Polona) · gemeinfrei

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