FeedDimorphie
NaturlehreBrockhaus 1882

Dimorphie, Dimorphismus, bezeichnet das Vermögen gewisser Substanzen, in zwei verschiedenen, nicht voneinander ableitbaren Krystallformen zu krystallisieren. Das Entstehen der einen oder andern Krystallform hängt vorzugsweise von der Temperatur während des Erstarrens oder von der Natur des Lösungsmittels ab. Solche dimorphe Substanzen sind z. B. der Schwefel (monoklinisch und rhombisch), der kohlensaure Kalk (hexagonal in Rhomboedern als Kalkspat, rhombisch als Arragonit), das Quecksilberiodid (monoklinisch in gelben, tetragonal in roten Krystallen), die Titansäurelrhombisch als Brookit, tetragonal als Rutil und Anatas).

Brockhaus’ Conversations-Lexikon. Allgemeine deutsche Real-Encyklopädie13. Aufl., Leipzig: Brockhaus 1882–1887 · Bd. 5, S. 358Scan: Polnische Nationalbibliothek (Polona) · gemeinfrei

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