Dirichlet (Peter Gustav Lejeune), ausgezeichT⸗⸗ neter Mathematiker, geb. 13. Febr. 1805 zu Düren, ging nach vollendetem Gymnasialkursus 1822 nach Paris, wo er hauptsächlich seine Studien machte [ und durch seinen Aufenthalt im Hause des Generals Foy mit den bedeutendsten Mathematikern [ Frankreichs in nähere Verbindung kam. Von dem Mathematiker Fourier an A. von Humboldt ema en, wurde er auf des letztern Veranlassung. nach Preußen berufen. Nachdem er seit 1827 als Docent zu Breslau gewirkt, siedelte er 1829 nach Berlin über, wo er an der Allgemeinen Kriegsschule lehrte und 1831 eine außerord., 1839 eine ord. Professur der Mathematik an der Universität erhielt. Nach Gauß' Tode übernahm er 1855 die Professur der Mathematik an der Universität zu Göttingen, wo er im Herbst desselben Jahres seine Vorlesungen begann. Dort starb er 5. Mai 1859. Obgleich seine eigenen Untersuchungen das gesamte Gebiet der mathem. Wissenschaften umfaßten, so sind es insbesondere doch zwei Disciplinen, die er mit besonderer Vorliebe pflegte: die Theorie der partiellen Differentialgleichungen, der periodischen Reihen und bestimmten Integrale und die Theorie der Zahlen. Die Ergebnisse seiner Untersuchungen hat D. in einer Reihe von Abhandlungen niedergelegt, die teils in Crelles Journal für Mathematiko, teils in den Abhandlungeno der berliner Akademie (der er seit 1832 als Mitglied angehörte) enthalten. Nach D.s Tode wurden seine Vorlesungen über Zahlentheorier (3. Aufl., Braunschw. 1881) von Dedekind, seine Vorlesungen über die im umgekehrten Verhältnis des Quadrats der Entfernung wirkenden Kräfter von Grube (Lpz. 1876) herausgegeben.