FeedDöderlein (Johann Christoph)
ReligionBrockhaus 1882

Döderlein (Johann Christoph), prot. Theolog, geb. 20. Jan. 1745 zu Windsheim in Franken, wo sein Vater Prediger war, bezog 1764 die Universität Altorf und wurde 1768 Diakonus in seiner Vaterstadt. Durch seine «Curae criticae et exegeticae in quaedam Veteris Testamenti oracula Altdorf 1770) rühmlich bekannt geworden, erhielt D. 1772 einen Ruf als Professor der Theologie und Diakonus nach Altorf, siedelte 1782 nach Jena über, wo er als Geh. Kirchenrat 2. Dez. 1792 starb. Er hat die verschiedensten Gebiete der theol. Wissenschaft in Vorlesungen und Schriften bearbeitet. Von den exegetischen Schriften wurden besonders geschätzt die Erklärung des Jesaiaso (Altdorf 1775; 3. Aufl. 1789) und der «Sprüche Salomons (Altdorf 1788). Von größerer Bedeutung war seine später auch deutsch), weil er hier zuerst versuchte, durch gründliche Erklärung der biblischen Beweisstellen und durch gelehrte Verwertung der dogmenges nchlicher Entwickelung ein tieferes Verständnis des kirchlichen Dogmas und eine fruchtbarere Anwendung desselben auf die veränderten Zeitverhältnisse vorzubereiten.

Brockhaus’ Conversations-Lexikon. Allgemeine deutsche Real-Encyklopädie13. Aufl., Leipzig: Brockhaus 1882–1887 · Bd. 5, S. 422Scan: Polnische Nationalbibliothek (Polona) · gemeinfrei

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