FeedJusti (Karl Wilh.)
ReligionBrockhaus 1882

Justi (Karl Wilh.), freisinniger prot. Theolog, geb. 14. Jan. 1767 zu Marburg, studierte teils dort, teils in Jena. Nachdem er einige Jahre in Wetzlar als Hauslehrer gelebt, wurde ihm 1790 das Amt eines Predigers an der prot. Pfarrkirche zu Marburg, 1793 zugleich an der dortigen Universität eine ord. Professur der Philosophie übertragen. Im J. 1801 zum Archidiakonus, bald darauf zum Superintendenten und Konsistorialrat erwählt, erfolgte 1814 seine Ernennung zum Oberpfarrer und 1822 zum ord. Professor der Theologie. Als solcher erklärte er vorzugsweise die Schriften des Alten und Neuen Testaments und folgte dabei der Methode Eichhorns und Herders. Er starb 7. Aug. 1846. Seine Bearbeitung mehrerer Propheten des Alten Testaments, die Rationalgesänge der Hebräerd (3 Bde., Lpz. 1803 — 18), die vermehrte Ausgabe von Herders «Geist der hebr. Poesie v (2 Bde., Lpz. 1825) und die „Sionitischen Harfenklänger (Lpz. 1829) bewiesen, daß er in den Geist der hebr. Dichtkunst tief eingedrungen. Verdienst erwarb er sich auch als Historiker. Außer hlreichen Schilderungen von Denkmälern und Biographien in den von ihm herausgegebenen „Hess. Denkwürdigkeitends (Marburg 1799 — 1805) und der Vorzeito (1820 —28 u. 1838) sind besonders zu nennen die Arbeiten über die Landgräfin Amalie Elisabeth (1812) und über die heil. Elisabeth (2. Aufl., Marburg 1835). Seine Dichtungen, von denen mehrere Sammlungen erschienen, erinnern an die elegische Naturschilderung Höltys und Matthissons und an die leichte Versifikation und den Balladenton Bürgers. Karl J., Enkel des vorigen, geb. 2. Aug. 1832 zu Marburg, studierte in seiner Vaterstadt Theologie und achrist Die⸗ habilitierte sich 1860 daselbst mit der Schrift Die ästhetischen Elemente in der Platonischen Philosophiedo (Marburg 1860), wurde 1867 zum außerord. und 1869 zum ord. Professor der Philosophie daselbst ernannt. Seine Biographie Winckelmanns, deren zweiter Teil die Frucht eines zweijährigen Aufenthalts in Rom und Italien war, erschien zu Leipzig 1866 und 1872. Im Herbst 1871 folgte er einem Rufe an die Universität Kiel und im Jahre darauf erhielt er in Bonn den durch Springers Weggang erledigten Lehrstuhl fur die neuere Kunstgeschichte, der er sich seitdem ausschließlich gewidmet hat. Ferdinand J., Bruder des letztern, geb. 2. Juni 1837 zu Marburg, widmete sich daselbst und zu Göttingen sprachwissenschaftlichen Studien. Im Fehr. 1861 habilitierte er sich an der Universität zu Marburg, wo er 1865 zum außerord. und 1869 zum ord. Professor für vergleichende Grammatik und german. Philologie ernannt wurde. Er schrieb ein (Handbuch der Zendspraches (Lpz. 1864), welchem sich eine kritische Ausgabe des „Bundehescho, mit Glossar, anschloß (Lpz. 1868), ein Dictionnaire kurde-françaiso (Petersb. 1879), eine Kurdische Grammatiko (Petersb. 1880) und eine Geschichte der Perserv (Berl. 1879). usticia, ehemals im den Stand Aragonien der 16 ste unabhängige, nur den Ständen verantwortiche Richter, der selbst den König zur Verantwortung ziehen konnte, wenn er die Reichsgesetze vereletzte, die er vor diesem Richter kniend beschworen hatte. Die Würde bestand mit Unterbrechungen bis rfauf Philipp II. „(s. d.), insbesondere aber auch das durch Befeilen und Abschaben erfolgende Fertigmachen der Matern 1(Stempelabschläge) für die Schriftgießerei, sowie bei der Fabrikation einzelner Maschinen und Appafrate (Rähmaschinen, Wagen, physik. Instrumente etc.) „das Zusammensetzen der einzelnen Teile und die genaue Einstellung derselben; in der Buchdruckerei seißt J. soviel wie die Satzkolumnen auf gleiche Länge bringen. welche, indem sie entweder schabend oder drehend wirkt, die Münzplatten in dem bestimmten Gewicht herstellt. (S. unter Münzwesen.) Justierwage, eine kleine Wage zur Bestimmung des Gewichts der runden Blechstücke, aus welchen wefeu) werden sollen. (S. unter Münzwesen.

Brockhaus’ Conversations-Lexikon. Allgemeine deutsche Real-Encyklopädie13. Aufl., Leipzig: Brockhaus 1882–1887 · Bd. 9, S. 940Scan: Polnische Nationalbibliothek (Polona) · gemeinfrei

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