Doggen nennt man große, schwere Hunde von gedrungenem, höchst kräftigem Bau, mit stumpfen, breiten Schnauzen, kleinen Schlappohren, starkem, aufgerichtetem Schwanze und meist straffem Haarkleide. Sie sind die kräftigsten, mutigsten Hunde, wütend im Kampfe gegen Tiere und Menschen, die ihren Herrn mit Aufopferung ihres Lebens verteidigen, aber ihrer Plumpheit und Schwere, sowie des mangelhaften Geruchsinnes wegen zur Jagd nicht tauglich sind. Seit den ältesten Zeiten hat man sie besonders gern zu Kampfspielen mit wilden Tieren benutzt; jetzt richtet man die kleinern Arten besonders zur Rattenjagd ab. Man züchtet manche Abarten. Die bekanntesten sind die eigentlichen Bullenbeißer, Bulldoggen (Canis molos-Ssus), mit breitem Leib und breiter Brust, dickem Kopf kurzer Schnauze, die bei manchen tief gespalten ist, sodaß die Vorderzähne sichtbar sind, faltiger Haut, kurzen, sehr kräftigen Beinen. Sie haben meist einen tückischen, wilden Blick, sind aber treue Wächter und unverwüstliche Kämpfer. Eine gute D. kennt keine Furcht, sie fällt ebenso gut den wütenden Stier wie den Wolf oder selbst den Löwen an. Die Spanier benutzten früher große D. zu ihren Jagden auf Indianer und Neger. Der Schädel der echten D. gleicht sehr demienigen des Wolfs, das Gebiß ist oft nicht zu unterscheiden, die Schnauze aber meist kürzer. Man glaubt, daß die D., unter welchen die englischen (Mastiffs) und dänischen besonders geschätzt werden, von der tibetanischen D. abstammen, die sich aber durch längere Behaarung, buschigen Schwanz und ihre Gemütsart unterscheidet und in Hochasien als Herdenwächter benutzt wird. Dieser D. stehen die Bernhardshunde am nächsten, deren echte Rasse jetzt ausgestorben ist; die Hunde, welche jetzt auf den Alpen als solche ausgegeben werden, sind meist dän. Hunde, d. h. eine Mischart von D. und Windhund mit straff anliegenden Haaren oder auch Mischlinge von dem letzten Bernhardshunde mit einer Schäferhündin. Barry, der berühmteste dieser Bernhardshunde, der im Museum von Bern ausgestopft steht, hat eine ziemlich lange Schnauze, dicken, schweren Leib, verhältnismäßig kurze Füße, halblanges Körperhaar und sehr buschigen Schwanz, sodaß er fast wie ein Mittelding zwischen einem großen Schäferhunde und einer D. erscheint. Die bekannten Leonberger Hunde kommen den Bernhardinern am nächsten; sie sind aus Züchtung von abgeleiteten Bernhardinern mit Neufundländern hervorgegangen. Der Mops (s. d.) ist eine D. in Zwerggestalt.