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HeilkundeBrockhaus 1882

Döllinger J. N berühmter Anatom und Physiolog, geb. 24. Mai 1770 zu Bamberg, wo sein Vater Leibarzt des Fürstbischofs und Professor der Medizin war, widmete sich erst in seiner Vaterstadt, dann zu Mürzburg, zuletzt in Wien und Pavia mediz. Studien. Nachdem er 1793 nach Bamberg zurückgekehrt war, erwarb er sich hier 1794 die mediz. Doktorwürde und erhielt unmittelbar darauf eine Professur. Nach Aufhebung der bamberger Universität ging er 1803 als Professor der Anatomie tlich Würzburg, wo er zu Schelling in freundschaftliche Beziehungen trat und eine neue anatom.⸗philos. Schule begründete. Er siedelte 1823 nach Lneh nn und 1826 mit der dortigen Universität nach München über, wo er 1837 zum Obermedizinalrat ernannt ward und 14. Jan. 1841 starb. Seit 1823 war er Mitglied der bayr. Akademie der Wissenschaften. In seinem frühern akademischen und litterarischen Wirken, wie z. B. im „Grundriß der Naturlehre des menschlichen Organismuso (Bamb. 1805), bekundet sich D. als einen Anhänger der Schellingschen Naturphilosophie. Seine hervorragende Stellung in der Geschichte der Wissenschaft gründet sich jedoch weniger auf seine eigenen vergleichenden anatom. und physiol. Untersuchungen als vielmehr auf die Anregungen, wodurch er seine Schüler, unter welchen in erster Reihe C. E. von Baer, Pander und d'Alton zu nennen sind, bestimmte, in Deutschland die Lehre von der Entwickelung der organischen Wesen zu begründen. Von Dis Schriften sind noch zu nennen: „Die Grundzüge der Physiologies (Tl. 1, Regensb. 1835), aber den Wert und die Bedeutung der vergleichenden Anatomies (Würzb. 1814), Beiträge zur Entwickelungsgeschichte des Gehirnso (Frankf. 1814), „Grundzüge der Entwickelung des Zell-Knochen-und Blutsystemso (Regensb. 1842). Auch hat er sich um die Verbesserung des Mikroskops verdient gemacht. Eine Würdigung seiner wissenschaftlichen Leistungen gab Walther (Münch. 1842).

Brockhaus’ Conversations-Lexikon. Allgemeine deutsche Real-Encyklopädie13. Aufl., Leipzig: Brockhaus 1882–1887 · Bd. 5, S. 440Scan: Polnische Nationalbibliothek (Polona) · gemeinfrei

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