Hyrtl (Jos.), ausgezeichneter Anatom, geb. 7. Dez. 1811 zu Eisenstadt in Ungarn, studierte zu Wien, wo er aus Liebe zu den Naturwissenschaften 50 besonders mit Anatomie beschäftigte, sodaß er reits 1833 als Prosektor an der Universität An-Lelen erhielt. Während der vier Jahre, die er iesen Posten bekleidete, arbeitete er fleißig an der Bereicherung des wiener anatom. Museums, und nachdem er 1835 promoviert, wurde er schon 1837 zum Professor der Anatomie in Prag ernannt, 1845 aber in gleicher Eigenschaft nach Wien zurückberufen und im Mai 1847 unter die Mitglieder der kaiserl. Akademie aufgenommen. Seine wiskntemie des Arbeiten betreffen vornehmlich die natomie des Gehörorgans, verschiedene Partien der feinern Gefäßlehre und der vergleichenden Anatomie, insbesondere der Fische. Außer zahlreichen Abhandlungen in den „Mediz. Jahrbüchern des österr. Kaiserstaats v und andern Fachhzeitschriften gehören hierher die „Vergleichenden anatom. Untersuchungen über das Gehörorgan des Menschen und der Säugetierer (Prag 1845), 0 Lepidosiren paradoxa (Prag 1845), „Beiträge zur vergleichenden Angiologier (Wien 1850), «Beiträge zur Morphologie der Urogenitalorgane der Fischev (Wien 1850), (Das uropoetische System der Knochenfisches (Wien 1852), «über die accessorischen domische Mütt der Clupaceeno (Wien 1856), (Anatomische Mitteilungen über Mormyrus und Gymnarchus „ (Wien 1856), «Das vergleichendanatom. Museum an der wiener mediz. Fakultät» (Wien 1865), «Die Blutgefäße der menschlichen Nachgeburto (Wien 1870), Cranium cryptae Metelicensis (Wien 1877). Die weiteste Verbreitung unter seinen Schriften haben jedoch gefunden das fast in alle lebenden Mensche übersetzte Lehrbuch der Anatomie des Menschen» (Prag 1846; 16. Aufl. 1882) und das «Handbuch der topogr. Anatomie » (2 Bde., Wien 1847; 7. Aufl. 1882), mit dem er diese Richtung der Anatomie in Deutschland begründete. Außerordentliche Verdienste hat s H. ferner um den technischen Teil der anatom. Wissenschaft erworben, über welchen ausführlich sein sehr geschätztes KHandbuch der praktischen Zergliederungskunsto (Wien 1860) handelt. Seine mikroskopischen Injektionspräparate, die alles in diesem Fach Geleistete an Schönheit übertreffen, sind außerordentlich verbreitet; ebenso berühmt sind seine Gehör⸗ und Hodenpräparate geworden. Das ausgezeichnete Museum für vergleichende Anatomie in Wien wurde von H. gegründet und auch beschrieben (Wien 1869). Als Rektor der wiener Hochschule veröffentlichte er bei deren 500jähriger Jubelfeier die Festschrift Cryptobranchus Japonicus „ (Wien 1865). Seit seiner 1874 erfolgten Emeritierung lebt er in ländlicher Zurückgezogenheit zu Perchtoldsdorf bei Wien. Theer. (engl.), eine Sorte des grünen chines. ees.