Dollinger (Konrad), Architekt, geb. 22. Juni 1840 zu Biberach in Württemberg, besuchte die Realschule seiner Vaterstadt und das Polytechnikum in Stuttgart, wo er sich hauptsächlich mathem. technischen Studien widmete, arbeitete dann bei dem Architekten Leins, bereiste 1862 — 63 Italien, 1864 Deutschland, leitete 1865 den Innenbau des Schlosses Montfort am Bodensee und war 1866— 67 in Paris. Er wurde dann Bauinspektor bei den Eisenbahnhochbauten in Oberschwaben, 1870 Professor an der Baugewerkschule und 1872 am Polytechnikum in Stuttgart. D. baute unter anderm das Kurhaus in Friedrichshafen, das Kriegerdenkmal in Bberach „die Garnisonkirche in Stuttgart (auf der Ausstellung in München 1876 mit der Zweiten Medaille gekrönt), restaurierte das Rathaus in Tübingen und den Rittersaal im Schloß Neuenstein bei Shringen, lieferte die Architekturen zum Schiller-Denkmal in Marbach und Wieland-Denkmal in Biberach, auch Entwürfe zu kunstgewerblichen Sachen. Er publizierte autographierte WReiseskizzen aus Deutschland, Frankreich und Italieno (Stuttg. 1872—80). Sein Bestreben geht dahin, die Architektur bei malerischer Gesamtanordnung mit steter Rücksicht auf die Eigenschaft der Materialien aus der Konstruktion zu entwickeln; auch sucht er überall die histor. und nationalen Momente zu betonen.