FeedDoppelsehen
HeilkundeBrockhaus 1882

Doppelsehen, Diplopie, tritt beim Sehen mit beiden Augen (binoculäres D.) ein, wenn die Eindrücke beider Augen nicht zu einem verschmolzen, sondern gesondert wahrgenommen werden, und zwar sowohl unter normalen Verhältnissen, als auch namentlich bei Funktionsstörungen der das Auge bewegenden Muskeln (s. Auge). Auch beim Schen mit einem Auge können Doppelbilder entstehen (monoculäres D.), wenn durch ein eigentümliches Verhalten der Regenbogenhaut oder der Krystalllinse oder von das Pupillargebiet sperrenden Schwarten der in das Auge e geson Strahlenkegel in zwei zerlegt wird, welche gesondert die Netzhaut treffen, in ähnlicher Weise, wie beim Scheinerschen Versuche (s. d.). Zerfällt der Strahlenkegel in drei oder mehr Teile, so werden entsprechend viel Bilder wahrgenommen (Triplopie u. s. w.).

Brockhaus’ Conversations-Lexikon. Allgemeine deutsche Real-Encyklopädie13. Aufl., Leipzig: Brockhaus 1882–1887 · Bd. 5, S. 479Scan: Polnische Nationalbibliothek (Polona) · gemeinfrei

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