Döring (Theod.), eigentl. Häring, ausgezeichneter deutscher Schauspieler, wurde 9. Jan. 1803 zu Warschau geboren, wo sein Vater preuß. Salzinspektor war. Anfangs für das theol. Studium bestimmt, besuchte er das Joachimsthalsche Gymnasium zu Berlin, wurde jedoch durch unglückliche Familienverhältnisse gezwungen, sich dem Handelsfache zuzuwenden. Ofterer Besuch des Hoftheaters steigerte bei ihm allmählich die Neigung für die Bühne, und nachdem er zunächst mit Erfolg in der Urania aufgetreten war, widmete er sich gänzlich dem Theater und debütierte bei der Gesellschaft des Direktors Hurray 25. Jan. 1825 als Julius (Armer Poeto) in Bromberg. Er begleitete dann die Gesellschaft nach Marienburg, Graudenz, Elbing, Thorn u. s. w. Unter kümmerlichen Verhältnissen kam er 1826 nach Breslau. Hier entwickelte sich sein Talent für komische Rollen, und nach dem Abgange des Komikers Wohlbrück übernahm er dessen Fach mit vielem Glück. Seit 1828 Mitglied des mainzer Theaters, kam er 1833 nach Mannheim und nach Gastspielen in Karlsruhe und Hamburg an das Stadttheater letztern Ortes. Im J. 1838 wurde er Seydelmanns Nachfolger in Stuttgart; 1843 erhielt er ein Engagement beim Hoftheater in Hannover. Nach Seydelmanns Tode wurde er 1845 dessen Nachfolger an der berliner Hofbühne, der er bis zu seinem 17. Aug. 1878 in Berlin erfolgenden Tode angehörte. D. vereinte bei seinen Darstellungen ein tiefes Durchdringen der Rollen mit reicher Phantasie. Sein geistvolles, lebendiges Spiel wirkte stets anregend und erwärmend auf Gemüt und Geist. Unter seinen Leistungen stehen obenan Nathan, in welchem er ebenso unübertroffen war wie im Falstaff, ferner Franz Moor, Mephistopheles, den er wesentlich verschieden von Seydelmann auffaßte, und Shylock. An diese schließen sich als seine bedeutendsten Rollen: Lear, Schewa, Malvolio, Richter Adam (in „Der zerbrochene Krugo von Kleist), Elias Krumm und Bankier Mülller.