Drehbänke, die sich durch die außerordentliche Vielseitigkeit ihrer Anwendung auszeichnen. Dieselbe bewirkt die Bewegung des Supports sowohl in der Längen⸗ als in der Querrichtung selbstthätig und kann zum Ausbohren hohler Cylinder, zum Konischdrehen und Gewindeschneiden benutzt werden. Das kräftige gußeiserne Bett ist auf drei Füßen gelagert und nimmt den Spindelstock, den Support und den Reitstock auf. Der Spindelstock enthält außer der Laufspindel noch eine parallel zu dieser gelagerte Hilfswelle, welche durch zwei Räderpaare derart mit der erstern verbunden werden kann, daß die auf die Stufenscheiben (hier vier Riemenscheiben von verschiedener Größe) durch Riemen übertragene Bewegung erheblich verlangsamt der Laufspindel selbst mitgeteilt wird, da außerdem die Stufenscheiben direkt mit der glich, spindel verbunden werden können, ist es möglich, bei der gleichen Geschwindigkeit des Deckenvorgeleges acht verschiedene Geschwindigkeiten des Arbeitsstücks zu erzielen und so für innerhalb weiter Grenzen verschiedene Durchmesser desselben stets die vorteilhafte Umfangsgeschwindigkeit u. ½* ten. Unmittelbar vor dem Spindelstock ist das Bett auf eine gewisse Länge ausgeschnitten (gekröpft), sodaß auch Arbeitsstücke von größerm Halbmesser, als der Spitzenhöhe entspricht, abgedreht werden können. Um in Fällen, wo diese Aussparung nicht benutzt wird, dem Support bis unmittelbar vor den Spindelstock Führung zu geben, wird ein Einsatzstück oder eine Brücke in die Kröpfung eingelegt. Der vordere Teil der Laufspindel, Spindelkopf genannt, ist mit einem äußern Gewinde versehen, um das Aufschrauben verschiedener Vorrichtungen, welche die Verbindung des Arbeitsstücks mit der Spindel vermitteln, zu ermöglichen; es sind dies namentlich die Planscheibe und die sog. Mitnehmerscheibe. „Der Support, welcher die allgemeine Form zeigt, ist mit breiten Führungsschienen auf dem Bett gelagert und kann durch eine seitlich an der ganzen Länge der Bank sich hinziehende Schraubenspindel (Leitspindel), die in der Figur deutlich sichtbar ist, vor- und rückwärts bewegt werden. Die Drehung der Leitspindel wird von der Laufspindel abgeleitet, die zu diesem Zweck an ihrem hintern Ende ein kleines Zahnrad trägt, das durch eingeschaltete Zahnräder (Wechselräder) die Bewegung entsprechend verlangsamt auf die Leitspindel überträgt. Das Abdrehen cylindrischer Gegenstände geht also vollkommen selbstthätig vor sich. Da der Vorschub des Supports auf diese Weise mit der größten Gleichmäßigkeit erfolgt, erzeugt der Drehstahl auf einem cylindrischen Arbeitsstück eine Schraubenlinie, deren Steigung man durch Austauschen der Wechselräder beliebig verändern kann, sodaß mit einer Leitspindeldrehbank Schraubenspindeln von jedem Durchmesser und jeder Steigung mit großer Genauigkeit herzustellen sind. In Fällen, wo es sich um das Abdrehen der vordern Fläche großer Scheiben handelt, ist die selbstthätige Bewegung des Drehstahls senkrecht zur Achse der Laufspindel von großem Vorteil, und man findet daher bei den vollständig eingerichteten Drehbänken stets einen sog. Planzug, durch welchen diese Bewegung des Drehstahls automatisch veranlaßt wird. „Bei der in Fig. 11 abgebildeten D. wird die hierzu nötige Kraft der Leitspindel entnommen und durch die beiden am Support sichtbaren Zahnräder auf die untere Spindel des Supports übertragen. Der Reitstock, der eine durch das hintere Handrad verstellbare Stahlspitze trägt und beim Abdrehen langer Dorüen zur Anwendung kommt, ist mit einer Vorrichtung versehen, um das Abdrehen schwach konischer Gegenstände ohne Verstellung des Supports selbstthätig bewirken zu können. Es kann nämlich der obere Teil desselben durch eine Querspindel seitlich verstellt werden, wodurch die Körnerspitze aus der verlängerten Laufspindelachse tritt und so die zwischen den beiden Spitzen eingespannten Gegenstände beim Abdrehen eine schwach konische Form erhalten müssen. Die in Fig. 12 dargestellte Plan scheibendrehbank zeichnet sich zunächst durch ihre beträchtliche Größe aus. Sie dient zum Abdrehen großer und schwerer Gegenstände, welche entweder direlt auf die Planscheibe oder zwischen die Spitzen gespannt werden können. Damit der Planscheibe ein bedeutender Durchmesser gegeben werden konnte, mußte der Spindelstock eine beträchtliche Größe erhalten und äußerst kräftig und solid konstruiert werden. Die Umdrehung der Planscheibe kann auf drei verschiedene Arten erfolgen, indem zu den beiden Antriebsweisen der in Fig. 11 veranschaulichten Leitspindeldrehbank hier noch eine dritte hinzukommt, der zufolge beim Abdrehen schwerer und großer Gegenstände die Planscheibe durch den an ihrem Umfang sichtbaren innern Zahnkranz, in welchen ein Zahnrad mit geringer Zähnezahl treibend eingreift, gedreht werden kann. Der Support wirkt durch die Leitspindel in der Längenrichtung, sowie parallel zur Planscheibe selbstthätig und 0 Grundplatte ist mit Tförmigen Nuten versehen, sodaß auf demselben schwere Gegenstände, welche innen ausgedreht werden sollen, Bobrer und mittels einer Bohrwelle (s. unter Bohrer und Bohrmaschinen, Bd. III, S. 265 *) bearbeitet werden können. Als eine Verdoppelung der gewöhnlichen Planscheibenbank kann die Räderdrehbank (Fig. 13) gelten, auf welcher die durch Abnutzung deformierten Spurkränze der Eisenbahnwagenräder abgedreht werden. Da diese Räder paarweise auf ihren Achsen abzudrehen sind, hat die D. eine dementsprechende spezielle Einrichtung und ist mit zwei Spindelstöcken, zwei Planscheiben und zwei Supports versehen. Der linke Spindelsto „ fest auf dem Bett, während der rechte verschiebbar ist und in die der Länge der Radachse entsprechende Entfernung von ersterm gestellt werden kann. Die beiden Planscheiben sind direkt verzahnt und werden beide in gleicher Weise angetrieben, sodaß eine transmittierende Bewegung durch die Radachse nicht stattfinden kann. Die Supports können indeß auch durch Kurbelscheiben, Ketten und Sperrwerke selbstthätig arbeiten. Eine andere Abweichung von der allgemeinen Anordnung zeigt die in Fig. 14 dargestellte Duplerdrehbank, die mit zwei einander gegenüberstehenden Supports versehen ist, deren Werkzeuge gleichzeitig schneiden. Durch die Anwendung zweier einander zugekehrten Stähle bezweckt man, einesteils das Ausbiegen des Arbeitsstücks aus der Achsenrichtung der D., welches bei Gegenständen von einiger Länge sehr störend wirkt, zu vermeiden, andernteils eine Beschleunigung der Arbeit zu erzielen. Die Resultate, welche mit derartig eingerichteten Bänken erreicht werden, sind jedoch hinter den gehegten Erwartungen zurückgeblieben. Hierher gehören auch die sog. Doppeltsupportdrehbänke, welche beim Bearbeiten vieler kleinen Aodvehen z von gleicher Form das gleichzeitige Abdrehen zweier derselben durch Einen Arbeiter gestatten. Dieselben sind im Grunde genommen zwei Bänke mit gemeinschaftlichem Bett. In der Mitte desselben stehen die beiden Spindelstöcke, deren jeder besondern Antrieb erhält, um jede Hälfte der Bank für sich betreiben zu können, wie auch jeder Support seine eigene Leitspindel hat. Um auf Drehbänken mit selbstthätigem Support auch solche Gegenstände abdrehen zu können, welche die Führung des Drehstahls in einer krummen Linie verlangen, wie dies bei der Herstellung von Handgriffen u. . w. der Fall ist, bedient man sich des Kurvensupports, dessen Konstruktion und Befestigung auf der D. aus Fig. 15 ersichtlich ist. Das Prinzip desselben beruht darauf, daß der untere Schlitten des Supports von der Leitspindel in der Achsenrichtung der D. verschoben wird; die Mutter für die Schraubenspindel des obern Schlittens ist hier nicht, wie bei dem gewöhnlichen Support, im untern Schlitten befestigt, sondern wird durch ein an einem Hebel wirkendes Gewicht gegen eine dem zu drehenden Profil entsprechend ausgeschnittene Schablone gedrückt und zwingt so den obern Schlitten, mit dem Drehstahl die Kurven der Schablone zu beschreiben. ei der Blechbearbeitung findet die D. vorteil-Ran Verwendung zur Herstellung hohler Gegentände durch Drücken. Auf der hierzu dienenden Bank (Drückdrehbank) wird auf der Spindel ein Futter oder Holzmodell befestigt, worauf die kreisförmig ausgeschnittene Blechscheibe, welche mit dem Futter rotiert, über letzteres gedrückt und so in die gewünschte Hohlform gebracht wird. (Vgl. Blechbearbeitungsmaschinen.)