Dreher (Anton), hervorragender österr. dustrieller, geb. 7. Juni 1810 als Sohn eines Bierbrauers zu Wien, wanderte als Braubursche nach Bayern und England, woselbst er das Verfahren der Darstellung untergäriger Lagerbiere studierte. Dies verpflanzte er nach seiner Rückkunft in sein Vaterland, dessen Bierproduktion sich infolge dessen wesentlich umgestaltete. D. übernahm 1836 von seiner Mutter das alte Brauhaus zu Klein-Schwechat bei Wien, in welchem er binnen der ersten Campagne etwa 14200 hl Bier erzeugte; dies Produkt fand solchen Beifall, daß von nun an von Jahr zu Jahr die Brauerei vergrößert werden mußte, bis sie zu der größten des europ. Kontinents gediehen ist. Sie umfaßt gegenwärtig ein Areal von nahezu 10 ha mit über 1,0 ha gewölbter Kellerräume, und verarbeitet täglich während der Wintercampagne 1000—1200 bI Malz. Der Betrieb geschieht mittels Dampf⸗ und Wasserkraft; dabei sind über 700 Arbeiter beschäftigt. Vom 1. Jan. 1880 bis 1. Jan. 1881 wurden erzeugt 412 730 hl Bier. Ein eigener Schienenstrang verbindet die Brauerei mit der Staatseisenbahn; erstere hat ihre eigenen Waggons für den Export, welche auf den meisten Bahnen cirkulieren. D. starb 27. Dez. 1863. Nach einer vormundschaftlichen Verwaltung übernahm sein gleichnamiger Sohn (geb. 21. März 1849) das Geschäft, das sich seitdem insbesondere durch den Erfolg des Ausschanks bei der pariser Weltausstellung 1867 und durch den energisch kultivierten Export einen Weltruf erworben, den die Qualität seiner Produkte auch bis in die Neuzeit dat beizt S. hat. Außer der Brauerei Klein-Schwechat besitzt D. noch die Brauereien zu Steinbruch bei Pest, zu Micholup bei Saaz in Böhmen und eine in Triest. Das Di.sche Lagerbier hat zuerst die bei den Konsumenten seitdem beliebt gewordene Richtung der lichten, malzreichen Biere eingeschlagen. ů