FeedBronner (Joh. Phil.)
HeilkundeBrockhaus 1882

Bronner (Joh. Phil.), ausgezeichneter Onolog und Weinbauer, geb. 11. Febr. 1792 zu Neckargemünd, widmete sich der Pharmacie und seit 1820 mit großem Erfolge dem Weinbau. Seine neue Erziehungsmethode der Reben durch den — Bockschnitt machte er zuerst 1825 bekannt, uchte sich sodann von der Weinkultur der hauptkuchten,ber Weinbaudistrikte in Europa zu unterrichten, bereiste deshalb die Weinbaugegenden Süddeutschlands und 1836 im Auftrag der bad. Re-Hiotwer Frankreich, um dort über die Bereitung der otweine die genauesten Erkundigungen einzuziehen. Dann lernte er 1839 den Weinbau der deutschen und franz. Schweiz, 1840 denjenigen Italiens kennen, bereiste 1841 Vorderösterreich, Steiermark, Krain, Kroatien, Ungarn und Mähren, 1843 das Saalegebiet von Jena bis Naumburg, das Elbe5 tet von Meißen bis Dresden und Böhmen u. s. w. lebte als großherzogl. bad. Okonomierat, Apotheker und Gutsbesitzer * Wiesloch bei Heidelberg, wo er 4. Dez. 1865 starb. Kein anderer vor B. hat im Interesse des Weinbaues so viele Opfer gebracht und eine so ausgedehnte Kenntnis der Weinkultur aller Länder sich erworben. Zugleich verschaffte er sich aus allen Weinländern die Traubensorten, deren er Degen 400 zusammenbrachte und in seinen Rebenanlagen selbst kultivierte, wo sie eine sehr lehrreiche Sammlung bilden. Die hauptsächlichsten Schriften B.s sind: Die Verbesserung des Weinbaues durch praktische Anweisung, den Riesling ohne Pfähle und Latten vermuttelst des Bockschnitts zu erzieheno, (Seidelb. 1830), «Der Weinbau in Süddeutschlando (1 Tle., Heidelb. 1833—42), „(Der Weinbau und die Weinbereitung in der Ehampagnev (Heidelb. 1840), «„Die deutschen Schaumweiney (Heidelb. 1842). Außerdem veröffentlichte er: «Die Bereitung der Rotweine und deren zweckmäßigste Behandlung» (Frankf. 1856), und die Schrift über „Die wilden Trauben des Rheinthalso (Heidelb. 1857), worin der Beweis geliefert wird, daß die meisten deutschen Weinbergstraubenp (nicht Tafeltrauben) nicht aus dem Orient abstammen, wie bis⸗ * fälschlich angenommen wurde. Nach ihm ist eine raubenart Bronnertraube genannt worden. +π Kreisstadt im europ.⸗russ. Gouvernement Moskau, am rechten Ufer der Moskwa und am See Bjeloc, 50 km im SO. von Moskau, an der Eisenbahn Moskau-Rjäsan, hat zwei Kirchen, eine Kreisschule, eine Baumwollweberei mit einer jährlichen Produktion von 30000 Rub., Getreidehandel und 3520 E. — Im Kreise Bronnitzy gibt es 46 Fabriken, darunter 31 Baumwollwebereien, Baumwollspinnereien und Tuchfabriken, 8 Porzellan- und 7 Fayencefabriken.

Brockhaus’ Conversations-Lexikon. Allgemeine deutsche Real-Encyklopädie13. Aufl., Leipzig: Brockhaus 1882–1887 · Bd. 3, S. 577Scan: Polnische Nationalbibliothek (Polona) · gemeinfrei

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