Duchoborzen (Geisteskämpfer) heißt eine Sekte in der russ. Kirche, welche in mancher Beziehung an die Quäker erinnert. Sie berufen sich auf ein inneres Licht, schätzen die äußere Kirche mit ihren Priestern und Sakramenten gering, verwerfen das Zeichen des Kreuzes und die Trinitätslehre, verweigern Eid und Kriegsdienst. Die D. traten zuerst im Anfang des 18. Jahrh. unter der Regierung Peters d. Gr. und der Kaiserin Anna in Moskau und andern Städten auf. Unter Katharina II. und Paul I. hatten sie harte Bedrückungen zu erleiden. Alexander I. ordnete eine Untersuchung über sie an; doch nachdem sie ihr Glaubensbekenntnis eingereicht, erlangten sie Duldung. Von 1804 an bewohnten sie hauptsächlich den melitopolitanischen Kreis des Gouvernements Taurien, wohin sie aus dem Innern Rußlands übersiedeln mußten, wurden aber 1841 nach dem Distrikt Achalkalaki in Transkaukasien versetzt, wo ihnen ein 2100 müber dem Meere gelegenes Hochplateau angewiesen ward, das jetzt den Namen Duchoborje führt. Hier leben sie, gegen 3000 an der Zahl, in sieben Dörfern, beschäftigen sich meistens mit der Viehzucht und sind fast durchgängig ziemlich wohlhabend.