FeedDieringer (Franz Kaver)
ReligionBrockhaus 1882

Dieringer (Franz Kaver), kath. Theolog, geb. 22. Aug. 1811 zu Rangendingen im ehemaligen Fürstentum Hohenzollern-Hechingen, erhielt seine Gymnasialbildung in Sigmaringen und Konstanz und machte seine theol. Studien in Tübingen. Im J. 1835 in Freiburg i. Br. zum Priester geweiht, wurde er an dem dortigen Seminar als Lehrer der geistlichen Beredsamkeit und Bibliothekar angestellt, H00 aber 1840 als Professor der dogmatischen heologie an das bischöfl. Seminar zu Speier, 1843 an die Universität zu Bonn, wo auf seine Veranlassung ein akademischer Gottesdienst sowie ein homiletisch-katechetisches Seminar für Katholiken eingerichtet und D. selbst zum Direktor des letztern und zum Universitätsprediger ernannt wurde. Später wurde er auch geistlicher Rat des Erzbischofs von Köln und Domkapitular. Seine litterarische Thätigkeit begann er zu Freiburg mit Abhandlungen in die tübinger «Theol. Quartal⸗ „schrifto und dann im Katholiko, den er später, rzuerst mit dem Bischof Weis gemeinschaftlich, dann eine Zeit lang allein redigierte. In Bonn gründete und leitete er die «Kath. Monatsschrift für Wissenschaft und Kunsto, die nur einige Jahre bestand. Seine Hauptwerke sind: «System der göttlichen Thaten des Christentumsv (2 Bde., Mainz 1841; 2. Aufl. 1857), das Lehrbuch der kath. Dogmatikh (Mainz 1847; 5. Aufl. 1865) und Das Epistelbuch der kath. Kirche theologisch erklärtv 8 Bde., Mainz 1863); ferner Kanzelvorträge an ebildete Katholikenv (2 Bde., Mainz 1844), Der heil Borromäus und die Kirchenverbesserung seiner Zeito (Köln 1846) und Laienkatechismuso (Mainz 1865; 2. Aufl. 1868). Nach dem Vatikanischen Konzil zog sich D., unzufrieden mit der päpstl. Politik, auf die Pfarrei Veringendorf in Hohenzollern zurück, wo er 8. Sept. 1876 starb.

Brockhaus’ Conversations-Lexikon. Allgemeine deutsche Real-Encyklopädie13. Aufl., Leipzig: Brockhaus 1882–1887 · Bd. 5, S. 332Scan: Polnische Nationalbibliothek (Polona) · gemeinfrei

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