Duguay-Tronin (Rene), einer der größten Seehelden Frankreichs, geb. 10. Juni 1673 zu St.⸗ Malo, machte 1689 auf einer von seiner Familie ausgerüsteten Fregatte seine erste Seereise und diente 1690 als Kadett auf einem Schiffe von 28 Kanonen. Er bewog den Kapitän desselben zum Angriff auf eine 15 Segel starke engl. Handelsflotte, wobei drei Fahrzeuge genommen wurden. Hierauf vertraute ihm seine Familie eine Fregatte von 14 Kanonen an, mit der er 1691, zufällig an die irländ. Küste getrieben, zwei Fahrzeuge zerstörte. Während der großen Seeschlacht am Kap La Hogue (1692) nahm er an der engl. Küste zwei Fregatten und sechs Kauffahrer und 1693 im Kanal nach schwerem Kampfe zwei Linienschiffe, jedes von 28 Kanonen, wurde jedoch w1694 im Kampfe mit einem engl. angen. Die Liebe einer jungen Engländerin bereite ihn aus dem Kerker. Nach der Rückkehr nach nkreich erhielt er sogleich wieder den Befehl über ein königl. Schiff und vereinigte sich 1695 mit Beaubriant zu einem Zuge an die irische Küste, wo sie drei schwerbeladene Schiffe der Ostindischen Kompagnie, die zusammen 145 Kanonen an Bord trugen, erbeuteten. Dann eilte er in die span. Gewässer, wo er zwei holländ. Tahisen die m. Im B 1696 überfiel er mit drei Schiffen die Flotte von ilbas und machte unermeßliche Beute, die er aber in der folgenden Nacht durch einen Sturm wieder verlor. Im folgenden Jahre ward er zum Fregattenkapitän der königl. Flotte ernannt. Bei einem dichten Nebel geriet er 1703 mit zwei Linienschiffen und drei Fregatten in eine holländ. Kriegsflotte von 15 großen Schiffen; er begann sogleich einen Kampf, um seinen Fahrzeugen Zeit zur Flucht zu verschaffen, und flog dann mit vollen Segeln aus dem Bereiche der Feinde, — That er selbst für sein Meisterstück erklärte. on jetzt an war er der Schrecken der Holländer und Engländer in allen europ. Meeren; bald . er im hohen Norden die Geschwader der Walfischfahrer, bald bedrohte er die engl. Küsten, bald lauerte er den über den Ocean rückkehrenden Handelsflotten auf. Im Verein mit dem Grafen Forbin griff er 1707 die engl. Flotte an, welche dem Erzherzog von Ssterreich, dem Nebenbuhler Philipps V. von Spanien, Wafsen und Lebensmittel zuführte, und zerstörte nicht allein die 60 Transportschiffe, sondern auch die vier großen Kriegsschiffe, welche die Bedeckung bildeten. D. nahm im Sept. 1711 die für uneinnahmbar gehaltenen Festungswerke von Rio de Janeiro und wurde hierauf in den Adelsstand erhoben. Der Herzog von Orleéans berief ihn in den Staatsrat und Ludwig XV. schickte ihn, als der Glanz der franz. Marine schon im Untergange begriffen war, mit einer Flotte in die Gewässer der Levante, um dort das Ansehen Frankreichs aufrecht zu erhalten. D. starb 27. Sept. 1736. Seine Mémoireso wurden von Beauchamps (2Bde., Par. 1740) herausgegeben. Vgl. Richer, La vie de René D.v (Par. 1784). Duguesclin (Bertrand), —1 von Longueville, Connétable von Frankreich, berühmter franz. Feldherr, wurde um 1314 auf einem Schlosse bei Rennes geboren. Wie die meisten Edelleute damaliger Zeit, wuchs er ohne allen Unterricht, außer in ritterlichen Künsten, auf. In seinem 17. Jahre trug er auf einem Turnier zu Rennes, an dem er ohne Wissen seines Vaters teilnahm, den Preis davon und führte von nun an unablässig die Waffen. In den Kriegen unter dem Könige Johann in der Bretagne zwischen Karl von Blois und Johann von Montfort hielt er zur chrig des erstern und war von den Engländern sehr gefürchtet. Nachdem der König Johann 1356 in der Schlacht bei Poitiers gefangen worden, leistete D. dem Dauphin, nachherigem Karl V., die wichtigsten Dienste und wurde aus Dankbarkeit, nachdem Karl 1364 die Regierung an-Am zum Gouverneur von Pontorson erhoben. m 23. Mai desselben Jahres gewann er die Schlacht bei Cocherel, durch die er die Würde eines Grafen von Longueville und Marschalls von der Normandie erwarb. Am 29. Sept. wurde er in der Schlacht bei Auray gefangen und erst gegen ein Lösegeld von 100000 Livres, die der König, der Papst und mehrere andere Fürsten zusammenschossen, wieder freigegeben. Hierauf unterstützte er Heinrich, Grafen von Trastamare, gegen den König von Castilien, Peter den Grausamen, wurde jedoch von dem Schwarzen Prinzen geschlagen und wieder gefangen. Nachdem er durch eine große Summe, zu der selbst die Feinde aus Achtung gegen ihn beitrubal ausgelöst worden, setzte er den Kampf fort und alf dem Grafen Trastamare 14. März 1369 den Sieg bei Montiel erringen, wodurch derselbe zur Krone von Castilien gelangte. Aus Erkenntlichkeit machte ihn Heinrich nun zum Grafen von Burgos, Herzog von Molina und Connétable von Castilien. Karl V. von Frankreich rief ihn jedoch, von den Engländern bedrängt, alsbald zurück und —.— ihm die Würde eines Connetable von Frankreich. D. eröffnete nun seit 1370 seine Feldzüge gegen die Engländer und trug wesentlich dazu bei, daß denselben im Laufe eines Jahrzehnts alle franz. Besitzungen bis auf wenige feste Plätze abgenommen wurden. Als er 1380 Chäteauneuf de Randon in Gevaudan belagerte, erkrankte er und starb 13. Juli 1380. König Karl V. ließ ihn mit großer Pracht zu St.⸗ Denis neben seinem eigenen Grabgewölbe beisetzen. Vgl. Guyard de Berville, Mistoire de Bertrand D.v (2 Bde., Par. 1767; neue Aufl., Tours 1874); Mazas, Vie des grands capitaines françaiso (Bd. 2, Par. 1828; 4. Aufl. 1875); Jamison, The life and times of Bertrand D.v(2 Bde., Lond. 1864). Duhamel (Jean Marie Constant), franz. Maematiker, geb. 5. Febr. 1797 zu St.⸗Malo, besuchte die Polytechnische Schule 5u Paris und wurde dann Studiendirektor an derselben, 1851 Professor der höhern Mathematik an der Universität zu Paris. Er starb 29. April 1872 zu Paris. Außer vielen Arbeiten in Fachzeitschriften, die sich meist auf Wärmetheorie und analytische Mechanik beziehen, schrieb D.: Cours d'analyseb (2 Bde., 1840—41), „(Cours de mécaniquen (2 Bde., 3. Aufl. 1863), Eléments du calcul infinitésimalo (3. Aufl. 1874), Des méthodes dans les sciences de raisonnemento (5 Bde., 1866—72). Duhamel du Monceau (Henri Louis), der erste franz. Schriftsteller, welcher mit Erfolg forstwissenschaftliche Werke schrieb, geb. 1700 zu Paris, studierte Naturwissenschaften und die Rechte; besonders beschäftigten ihn Botanik und Baumzucht. Im J. 1728 wurde er bereits Mitglied der Akademie der Wissenschaften in Paris. Als Marineinspektor machte D. ausgedehnte Reisen namentlich in den Küstengegenden Frankreichs und Englands. Von seinen zahlreichen litterarischen Arbeiten wurden viele ins Deutsche übersetzt von dem Waldamtmann der Reichsstadt Nürnberg Oelhafen von Schöllenbach. Die Hauptwerke D.s sind: «Traité des arbres et arbustes qui se cultivent en France en pleine terred (1755; neue Aufl. 1852), La physique des (Traité des arbres fruitiers o (2 Bde., 1768; neue Aufl. 1850). D. starb 1782 zu Paris. Duhesme (Guillaume Philippe, Graf), franz. General, geb. 1760 zu Bourgneuf in Burgund, wurde 1791 zum Kapitän in einem Freiwilligen-Jägerbataillon erwählt, führte 1792 bei Jemappes dereits ein Bataillon und wurde im folgenden Jahre Brigadegeneral; 1794 leitete er in Abwesenheit Klebers die zweite Belagerung von Mastricht und wurde Divisionsgeneral. Im J. 1797 zeichnete sich D. unter Moreau bei dem Rheinübergange bei Ueß, aus, führte die Truppen zum Sturm und verließ, obgleich ihm ein Schuß die Hand zerschmetterte, den Kampfplatz erst, als der Üübergang gelungen war. Später wurde er im Kirchenstaate, bei Sulmone, abermals verwundet und unterwarf Apulien, wobei seine hervorragende Befähigung für den kleinen Krieg hervortrat, fiel jedoch in Ungnade, da man ihm ressungen vorwarf. D. reinigte sich von diesem Verdachte völlig, wurde wieder angestellt, focht 1805 in Italien, 1807 in Spanien, verlor jedoch sein Kommando, da ihm Augereau abermals Erpressungen vorwarf. Er vermochte seine Schuldlosigkeit nicht zu erweisen und lebte in Zurückgezogenheit litterarischer Thätigkeit; seine in 15 ldzügen gesammelten Erfahrungen sind in dem 1805 erschienenen Essai sur L'infanterie légère ou traité des petites opérations de la guerres niedergelegt, von dem 1818 eine deutsche Ubers etzung leine zweite 1829 in Berlin) erschienen ist. Im Winter 1813/14 ernannte Napoleon D. zum Grafen,‚, 1815 der. Pair, obschon derselbe sich den Bourbons nach er ersten Restauration angeschlossen hatte. An der Spitze Water Divisionen der Jungen Garde kämpfte D. bei Waterloo, wurde schwer verwundet und starb 19. Juni 1815 zu Jemappes im Hauptquartier des Fürsten Blücher.