FeedDufresny (Charles Rivière)
Literatur & SpracheBrockhaus 1882

Dufresny (Charles Rivière), franz. Lustspieldichter, geb. zu Paris 1648, war ein Großenkel der unter dem Namen La belle jardinière bekannten Geliebten Heinrichs IV. Dieser Umstand verschaffte ihm die Protektion Ludwigs XIV.; seiner Gewandtheit verdankte er die Anstellung als königl. Kammerdiener und später die Stelle als Aufseher der königl. Gärten. D. war unter den franz. Gartenkünstlern der erste, der in seinen Anlagen dem engl. Geschmacke folgte. Leichtsinnig und verschwenderisch, verkaufte er seine Stellen für eine mäßige Summe und in der Folge auch eine von Ludwig XIV. ihm ausgesetzte Leibrente von 3000 Livres. Im Vereine mit Regnard, der ihn aber weit überragte, arbeitete er sodann für das Theater. Die Entwickelungen seiner Stücke sind gewöhnlich schwach, der Witz oft matt, doch gehören immerhin seine Lustspiele, namentlich L'esprit de contradictiono, Le double veuvage, Le mariage fait et rompuo, zu den vorzüglichern Konversationsstücken der Franzosen. Er erhielt 1710 durch eine neue Gunst des Königs das Privilegium für den Mercure galanto, welches er 1713 wieder verkaufte. Er starb zu Paris 6. Okt. 1724. D.s Werke erschienen mehrmals gesammelt (6 Bde., Par. 1731; 4 Bde., 1747); eine Auswahl besorgte Auger (2 Bde., Par. 1810).

Brockhaus’ Conversations-Lexikon. Allgemeine deutsche Real-Encyklopädie13. Aufl., Leipzig: Brockhaus 1882–1887 · Bd. 5, S. 621Scan: Polnische Nationalbibliothek (Polona) · gemeinfrei

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