FeedDrake (Sir Francis)
Handwerk & GewerbeBrockhaus 1882

Drake (Sir Francis), berühmter engl. Seemann, geb. zu Tavistock in Devonshire 1545, war der Sohn eines Matrosen und lernte als Schiffer bei einem Küstenfahrer, der auch zuweilen Waren nach Irland und Frankreich berführte. Ein Verwandter Sir John Hawkins, ließ ihm Unterricht ertheilen. Nachdem er eine Reise nach der Küste von Guineg gemacht, rüstete er 1565 auf eigene Kosten ein Schiff aus und befrachtete es nach Westindien, wo es von den Spaniern konfisziert wurde, sodaß D. fast sein ganzes Vermögen verlor. Im J. 1567 erhielt er den Befehl des Schiffes Judith, benahm sich in dem unglücklichen Gefecht, welches Hawkins gegen die Spanier in dem Hafen von Veracruz zu bestehen hatte, mit vieler Tapferkeit und entkam mit seinem Fahrzeuge. Die grausame Behandlung der engl. Gefangenen, sowie die früher erlittene Unbill erfüllte ihn mit solchem Haß gegen die Spanier, daß er auf Wiedervergeltung sann. Er bewirkte zuvörderst zwei Unternehmungen nach Westindien, die so günstig ausfielen, daß man ihm 1572 zu einem Angriff auf die span.⸗amerik. Handelsplätze zwei Schiffe anvertraute. Mit denselben nahm er die Stadt Nombre de Dios auf Darien mit Sturm, machte ansehnliche Beute, konnte sich aber nicht behaupten und segelte daher nach Cartagena. Nachdem er dort viele Schiffe aufgebracht und den Spaniern zu Veracruz ein großes Warenmagazin verbrannt, kehrte er zurück und ankerte zu Plymouth 9. Aug. 1573. Hierauf rüstete er drei Fregatten auf seine Kosten aus, mit denen er als Freiwilliger in Irland unter Graf Esser diente. Nach dessen Tode legte D. 1576 der Königin Elisabeth einen Plan vor, durch die Magellanstraße in die Südsee zu dringen, um hier die Spanier anzugreifen, und erhielt durch jene die Mittel, eine Flotte von fünf Schiffen für diesen Zweck auszurüsten. Mit diesen ging er 13. Dez. 1577 von Plymouth ab, erreichte 29. Aug die Magellanstraße und kam nach mehrfachen Unfällen 20. Nov. im Angesicht der Insel La Moche, im NNW. von Valdivia, vor Chile, an, wo er seine Flotte zu sammeln gedachte. Weil er aber keins seiner andern Schiffe eintreffen sah, setzte er seinen Kurs nach Norden fort, wobei er jede Gelegenheit wahrnahm, sich span. Schiffe zu bemächtigen und Landungen zu machen. Da seine Mannschaft beutesatt war, folgte er der Küste Nordamerikas bis zu 48 nördl. Br., weil er hoffte, eine Durchfahrt in den Atlantischen Ocean zu finden. Getäuscht in seiner Erwartung und durch die Kälte genötigt, bis 38 zurückzugehen, nannte er den Platz, wo er nun seine wieder gesammelten Schiffe ausbesserte, Neualbion. Am29. Sept. 1579 richtete er seinen Lauf nach den Molukken und gelangte 4. Nov. nach Ternate. An der Küste von Celebes entkam er 9. Jan. 1580 mit genauer Nöt dem Schiffbruch, legte bei Java und am Kap der Guten Hoffnung an und ankerte 5. Nov. wieder in Plymouth. Am 4. April 1581 kam Elisabeth selbst auf der Themse nach Deptford, wo D.s Schiff vor Anker lag, schlug ihn zum Ritter und übergab ihm den Befehl über eine Flotte von 23 Schiffen, mit welcher er 15. Sept. 1585 auslief und 16. Nov. vor Santiago auf den Inseln des Grünen Vorgebirges so unerwartet erschien, daß die Stadt sogleich genommen wurde. Von dort segelte die Expedition nach Westindien, nahm Santo-Domingo, Cartagena, zerstörte die Forts der Spanier in Ostflorida und traf 28. Juli 1586 in Plymouth ein, nachdem sie den Feinden eine auf 600000 Pfd. St. geschätzte Beute abgenommen. Nachdem er 1587 im Hafen von Cadiz eine Abteilung der berühmten Armada verbrannt hatte, wurde er 1588 Vizeadmiral unter Lord Effingham, dem er die span. Flotte vernichten half. Nachher erhielt er das Kommando des Geschwaders, welches 1589 Don Antonio auf den Thron von Portugal setzen sollte; allein dies Unternehmen scheiterte wegen des Mißverständnisses zwischen D. und dem General der Landtruppen. Eine neue Expedition D.s gegen die Spanier in Westindien 1594 schlug fehl, und als auch eine Unternehmung gegen Panama mißlang, verfiel D. aus Mißmut in ein schleichendes Fieber, welches sein Leben 5. Jan. 1596 (27. Dez. 1595 alten Stils) endete. D. soll die Kartoffeln zuerst nach Europa gebracht haben, weshalb ihm 1853 zu Offenburg in Baden ein Denkmal gesetzt wurde. Doch haben neuere Forschungen ergeben, daß er dieselben nur bekannter gemacht, nicht aber zuerst eingeführt hat. Vgl. Barrow, „Life of D.5 (Lond. 1843; 2. Aufl. 1861).

Brockhaus’ Conversations-Lexikon. Allgemeine deutsche Real-Encyklopädie13. Aufl., Leipzig: Brockhaus 1882–1887 · Bd. 5, S. 528Scan: Polnische Nationalbibliothek (Polona) · gemeinfrei

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