Dundee, Municipalstadt und Parlamentsborough in der schott. Grafschaft Forfar, 70 km im NNO. von Edinburgh, nach Edinburgh und Glasgow die volkreichste Stadt, nach Leith und Aberdeen der wichtigste Hafen an der Küste Ostschottlands, an dem Dundee-Law, einem ehemals befestigten, 160 m hohen, isolierten Hügel, zieht sich am nördl. Ufer des Taybusens über 9 km weit hin und wird von vier Eisenbahnen berührt. D. hat einen seit 1815 erweiterten, für die größten Schiffe zugänglichen Hafen mit fünf Docks von 13,3 ha Wasserfläche. Die ältern Stadtteile am Hafen enthalten krumme und enge, die amphitheatralisch ansteigende Neustadt hat gerade und breite Straßen und in den Vorstädten befinden sich elegante Villen. Am Quai steht ein Triumphbogen zur Erinnerung an den Besuch der Königin Victoria (1844). Außerdem besitzt die Stadt ein schönes, 1743 erbautes Stadthaus mit Turm und Säulenhalle, eine Börse im griech. Stil, eine Kornbörse, eine Kaufmannshalle, ein schönes Zollhaus, über 30 Kirchen und Kapellen, einen merkwürdigen, 48 m hohen ot. Turm, ein Kloster, die Albert-Institution mit Museum, eine Lateinschule, ein Seminar, eine Industrieschule für verwahrloste Kinder und mehrere andere Lehr⸗ und Bildungsanstalten; ferner in Schottland das schönste Krankenhaus, eine Taubstummen⸗ und eine Irrenanstalt, ein Waisenhaus, eine Besserungsanstalt, ein Gefängnis, ein Theater u. s. w. David Barxter, dem die Stadt den Aufschwung der Leinenindustrie verdankt, hat den am Ostende gelegenen Park der Stadt zum Geschenk gemacht. Die Zahl der Einwohner stieg von 1851 bis 1881 von 78931 auf 142 454. Etwa 6 km unterhalb ist Broughty-Ferry, die Hauptresidenz der reichen Kaufleute. D. ist der Hauptsitz der Leinenindustrie und des Leinwandhandels von ganz Großbritannien. Es beschäftigt in seinen zahlreichen Leinwand⸗, Drilch⸗, Segeltuch⸗, Beuteltuch- und Sacktuchfabriken gegen 25 000⁰ Arbeiter, im Hauptzweige, der Juteweberei, über 20000, hat Seilereien, Tapisserien, Gerbereien, Lederhandschuh-, Strumpffabriken, Konfiserien, berühmte Orangemarmeladenfabrik, große Kalander⸗ und Verpackungsanstalten mit hydraulischen Pressen, außerdem Schiffswerfte, Eisenwerke, Maschinenbauanstalten, Dampfmühlen und treibt auch Fischerei und großartigen Handel. D. hat die Ausrüstung von Dampfschiffen für den Walsischfang in der Davisstraße und Baffinsbai und den Robbenschlag um Jan-Mayen monopolisiert. Die Stadt besitzt 200 Schiffe von 91120 t. Im J. 1877 war die Hafenbewegung, ohne die Küstenschiffahrt, * den Eingang 1600 Schiffe von 436910 t, für en Ausgang 934 Schiffe von 272480t. Ehedem war D. befestigt und wurde unterEduardI. zweimal von den Engländern, dann von Wallace und Bruce eingenommen, welcher letztere das Schloß zerstörte. Unter Richard II. und Eduard VI. wurde D. erobert und verbrannt. D. war die erste schott. Stadt, welche die Reformation einführte, und wurde 1645 von Montrose erobert, 1651 von Monk erstürmt. Der schott. Held Wallace (zu Ende des 13. Jahrh.) wurde hier erzogen. Am 28. Dez. 1879 zertrümmerte ein starker Sturm die 1873 erbaute, 3171 m lange, bei D. über den Tay führende Eisenbahnbrücke, wobei ein ganzer Eisenbahnzug in den Tay stürzte und über 80 Menschen ertranken.