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GeschichteBrockhaus 1882

Dundas (Sir James Whitley( Deans⸗), brit. Admiral, geb. 4. Dez. 1785, war der Sohn des Arztes James Deans in Kalkutta, trat 1799 als Volontär in die Marine, zeichnete sich als Midshipman bei der Belagerung von Alexandria und der Blockade von Rochefort aus, wurde 1805 Lieutenant und nahm 1807 an der Verteidigung von Stralsund und an der Expedition gegen Kopenhagen teil, wo er durch das Platzen einer Bombe verwundet wurde. Gleich darauf zum Kapitän ernannt, diente er noch mehrere Jahre in der Ostsee, nachdem er 2. April 1808 seine Cousine Janet D. geheiratet hatte, die ihm bedeutende Güter in Wales als Mitgift brachte, wodurch er sich veranlaßt sah, ihren Rommaudem 2 dem seinigen hinzuzufügen. Als kommandeur der Fregatte Pyramus eroberte er 1813 und 1814 einige franz. Schiffe und befand sich dann 1815—19 bei der Flotte im Mittelmeer. Mit dem Prinz-Regent von 120 Kanonen, dem Flaggenschiff des Admirals Parker, segelte er 1830 nach dem Tejo, um bei den damaligen portug. Wirren die Interessen Englands wahrzunehmen. Von 1836 bis 1838 war D. als Flaggenkapitän im Hafen von Portsmouth thätig, stieg im Nov. 1841 zum Kontreadmiral und wurde 1846 zum Lord der Admiralität ernannt; gleichzeitig trat er für die Stadt Greenwich ins Parlament. Ende 1851 übernahm er den Oberbefehl über die mittelländische Flotte und erhielt, seit 17. Dez. 1852 zum Vizeadmiral aufgerückt, beim Eintritt der orient. Verwickelung die Anweisung, sich mit der ihm anvertrauten Seemacht der türk. Hauptstadt zu nähern, um sie gegen einen Handstreich der Russen zu sichern. Er lief in die Besikabai, dann in den Bosporus und nach der Katastrophe von Sinope in das Schwarze Meer ein. Nachdem der Krieg gegen Rußland erklärt worden, erschien D. vor Odessa, gegen welches er 22. April 1854 ein Bombardement eröffnete, das jedoch ohne Folgen blieb. An der Expedition nach der Krim beteiligte er sich nur ungern, und sein Verhalten bei der Landung und bei dem Angriff auf Sewastopol 17. Okt. gab zu vielen Kritiken Anlaß. Er legte daher im Dez. 1854 das Kommando nieder, avancierte im Dez. 1857 zum Admiral der Blauen Flagge, später zum Admiral der Weißen Flagge und starb in Weymouth 3. Okt. 1862. Daundas (Sir Richard Saunders), engl. Admiral, Sohn des Ersten Lords der Admiralität, Viscount Melville, wurde 11. April 1802 geboren. Er trat sehr jung in den Marinedienst, stieg schon w1824 zum Postkapitän auf und befehligte w1827—28 das Linienschiff Worspite von 76 Kanonen, das erste Fahrzeug dieser Klasse, welches eine Reise um die Welt ausführte. Hierauf nahm er 1840 an dem Kriege egen China teil, wo er sich bei der Eroberung der III el Tschusan hervorthat. Seit 1852 versah er das Amt eines jüngern Lords der Admiralität und ward 1853 Kontreadmiral. Nach der Entlassung Napiers erhielt er das Oberkommando der Ostseeflotte und segelte im April 1855 aus den Dünen ab. Indessen verlief der größte Teil des Izm ohne entscheidende Operationen, bis sich D. zum Bombardement von Sweaborg entschloß, welches er vom 9. bis 11. Aug. ausführte. Im Feldzuge von 1856 abermals mit dem Oberbefehl betraut, setzte der Friede von Paris seinen weitern Unternehmungen ein Ziel. Im Winter 1856 —57 kommandierte D. ein Geschwader im Kanal und an den Küsten von Portugal, wurde dann wieder Lord der Admiralität und 1858 Vizeadmiral der Blauen Flagge. Er starb zu London 3. Juni 1861.

Brockhaus’ Conversations-Lexikon. Allgemeine deutsche Real-Encyklopädie13. Aufl., Leipzig: Brockhaus 1882–1887 · Bd. 5, S. 642Scan: Polnische Nationalbibliothek (Polona) · gemeinfrei

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