FeedDie Stadt besitzt viele Springbrunnen
VerkehrBrockhaus 1882

Die Stadt besitzt viele Springbrunnen, mehrere öffentliche Plätze, deren größter seit 1844 mit dem bronzenen Standbilde des Admirals Duquesne geziert ist, fünf Kirchen, wobei eine protestantische und eine englisch-bischöfliche, zwei Hospitäler, eine Börse, schöne Quais und Promenaden und im Rathause Bibliothek und Museum, Collêge, Bibliothek von 15000 Bänden, und Theater. Die sehenswertesten Gebäude sind die Kirche St.⸗Remy mit einer reichverierten Marienkapelle; die sehr große Kirche St.⸗ acques in altgot. Stil aus dem 13. bis 16. Jahrh., mit einem 47 m hohen Turme, einem bemerkenswerten Portal aus dem 14. Jahrh. und einer ausgezeichneten Aussicht von der Plattform. Das 1433 erbaute altertümliche feste he mit vier Türmen und Bastionen, jetzt Kaserne, beherrscht, malerisch auf hohem Felsufer sich erhebend, die Stadt, das Thal und das Meer. Der vortreffliche Hafen, der sicherste und tiefste am Canal la Manche, von zwei schostr Dämmen und ummauerten Quais umschlossen, mit zwei schwimmenden Bassins, durch Lage von Dieppe. 200 Schise von 1200 t brauchbar. Derselbe kann 200 Schiffe von 60—600 t und ebenso viele Schifferboote aufnehmen. Im J. 1877 liefen ein: 1451 Schiffe von 391279 t, und aus: 986 Schiffe von 214539 t. Westlich dem alten Schlosse gegenüber und mit der Stadt durch eine Brücke über das lüßen Arques verbunden, liegt die Fischervorsta t Le ollet, unansehnlich durch ihre größtenteils aus euerstein zusammengesetzten Häuserchen aber interessant durch die Eigentümlichkeit ihrer Bewohner, welche sich in Sprache, Tracht und Sitten wesentlich von dem übrigen Volk der Landschaft 4• hpnm Normandie) unterscheiden und vielleicht Abtömmlinge jener Sachsen sind, welche sich zur Zeit der Merovinger vielfach an der franz. Küste ansiedelten, lipp August es zerstörte, und war seit der itte des 14. 300 anfangs unter engl., seit 1433 unter franz. Hoheit, als See⸗ und Handelsplatz berühmt und mächtig. Vor der Entstehung von Havre das bedeutendste franz. 9ne Bte une pöt am Kanal, erreichte es seine höchste Blüte unte Franz I. Im J. 1364 fuhren seine Schiffe bis Guinea, wo lange das Etablissement Klein-Dieppt bestand. In den Hugenottenkriegen diente D. den Protestanten zum Bollwerk. Die Blüte D.s san mit Aufhebung des Edikts von Nantes (1685) und wurde 17. Juli 1694 durch das Bombardement der Engländer und Holländer, deren Flotte 1690 auf der Höhe von D. durch Tourville geschlagen worden war, völlig vernichtet. Zwar ward die Stadt nied dem Frieden von Ryswijk auf königl. Befehl wieder aufgebaut; aber den hohen Unternehmungsgeist ihrer Bürger, welcher mit den Hugenotten ausgewandert war, konnte man nicht wieder hervorrufen. Im Deutsch-Französischen Kriege war D. die erste Seestadt, welche (9. Dez. 1870) von deutschen Truppen der Ersten Armee besetzt wurde. Es behielt eine deutsche Besatzung, bis es nach Zahlung eines Teils der Kriegskontribution vertragsmäßig im Juli 1871 geräumt wurde. Vgl. Asseline, Les antiquités et chroniques de la ville de D.v (herausg. von Hardy, Guérillon und Sauvage, 2 Bde., Dieppe 1874).

Brockhaus’ Conversations-Lexikon. Allgemeine deutsche Real-Encyklopädie13. Aufl., Leipzig: Brockhaus 1882–1887 · Bd. 5, S. 331Scan: Polnische Nationalbibliothek (Polona) · gemeinfrei

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